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3. Mai 2017

Von einem Babyquilt und vom Liegen in der Schwangerschaft (ein paar Tipps)


In ein paar Stunden oder Tagen wird, so Gott will, unser drittes Kind zur Welt kommen. Damit geht eine anstrengende Phase zu Ende, denn durch starke Schmerzen konnte ich die letzten 5 Monate nur liegen und sitzen und habe selten die Wohnung verlassen können. Immer wenn ich für längere Zeit stand, habe ich bald danach Unterleibkrämpfe bekommen, die kaum auszuhalten waren. Daher hieß es: schonen, schonen, schonen.

Anfangs ist das ja noch ganz nett. Endlich hat man die Möglichkeit, mal so richtig ohne schlechtes Gewissen auszuspannen, auf der Couch zu liegen, zu lesen, alles zu machen, bei dem man sich sonst faul gefühlt hat. Aber nach einiger Zeit wird das ganz schön langweilig. Alle, mit denen man telefonieren könnte, oder die einen besuchen könnten, arbeiten normalerweise tagsüber, und irgendwann will man einfach auch mal wieder etwas Sinnvolles beitragen. Da ich schon in der ersten Schwangerschaft starke Beschwerden hatte (in der zweiten dafür Gott sei Dank überhaupt keine), wusste ich zumindest schon einmal, wie man es nicht macht. Damals ging es mir psychisch nämlich echt schlecht, und die Fehler wollte ich nicht wiederholen.

Deswegen habe ich euch heute, bevor ich euch den neuen Quilt zeige, ein paar Ratschläge mitgebracht, wenn ihr in einer ähnlichen Situation seid und die Zeit gut hinter euch bringen müsst.

23. Februar 2017

Erfahrung Fehlgeburt: Wie wir getragen wurden und was uns wirklich geholfen hat

Lange habe ich überlegt, ob ich über meine Erfahrung überhaupt schreiben soll. Ist es vielleicht zu persönlich, will das überhaupt jemand lesen? Doch mittlerweile weiß ich von so vielen Freundinnen, die das gleiche bereits durchlebt haben, und ich finde es so traurig, dass es doch irgendwie jeder mit sich selbst (und dem Partner) ausmachen muss. Mir hilft es sehr, zu wissen, dass ich nicht alleine bin mit dieser schmerzlichen Erfahrung, und deswegen möchte ich euch heute von meinem Erlebnis erzählen. Bitte verzeiht, dass ich heute keine schönen Bilder mitgebracht habe, aber vielleicht lest ihr den (langen) persönlichen Text ja auch so. Ich hoffe, dass er helfen kann oder Anstoß gibt, selbst darüber zu sprechen, es gibt keinen Grund sich dafür zu verstecken oder zu schämen.

Nach unserer Hochzeit vor fast fünf Jahren wussten wir bereits, dass wir gerne bald Eltern werden wollten. Es dauerte nicht lange, da hielt ich den positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Wir freuten uns riesig. Natürlich waren da auch Ängste, wie unsere Umwelt reagieren würde, schließlich waren wir beide noch Studenten, aber wir waren sicher, dass wir es schaffen würden.

5. Dezember 2016

11 Tipps für mehr Konsum! {Oder: Wie du noch weniger von deinem hart verdienten Geld übrig hast...}

Lange, lange ist er her, der letzte Blogeintrag. Das war keine geplante Blogpause, irgendwie habe ich einfach lange gebraucht, um im Leben von zwei mittlerweile Kleinkindern anzukommen. Viel gelernt, viel losgelassen, viel umgeworfen habe ich in der Zeit, davon werde ich bei Gelegenheit bestimmt noch das eine oder andere berichten. Mittlerweile habe ich aber endlich das Gefühl, angekommen zu sein und dass mich eine Abweichung vom Normalzustand (passiert ja ab und an) in kleinerem oder größerem Ausmaß nicht so schnell aus der Ruhe bringen kann.

Zum Wiedereinstieg ein etwas ironischer Artikel zum Thema Konsum, passend zur Weihnachtsshoppingzeit. Wir versuchen in diesem Jahr, uns nicht von allen Angeboten und Tricks der Verkäufer verführen zu lassen. Weil einfach nicht wirklich viel Geld da ist, wenn man zu viert von einem Einkommen lebt. Auch wenn ich wirklich, wirklich gerne ein bisschen Weihnachtsdeko fürs Fenster gehabt hätte, aber es ist eben gerade nicht drin. Vielleicht hilft es ja auch dem einen oder anderen, seine Antriebsgründe zu überdenken und am Ende des Jahres vielleicht doch noch den einen oder anderen Euro übrig zu haben für das, wofür wir sonst so oft kein Geld mehr haben. Bedürftige zum Beispiel, Freunde in Notsituationen, echte Nettigkeiten oder einfach zum Sparen für schöne Zeiten in der Zukunft und ein bisschen weniger Geldsorgen.



5. April 2016

Freiheit // Loslassen, was mich antreibt...


Ich lese gerade ein sehr gutes Buch. Manchmal weine ich, wenn ich es lese, weil ich mich so sehr in dem Gelesenen wiederfinde und überführt werde. Manchmal lache ich auch herzhaft. Aber am Ende bin ich meistens ein Stück befreiter.

21. März 2016

Warum ich meiner Großen das Schlafen beibringen musste und was ich bei der Kleinen anders gemacht habe, um ihr das zu ersparen


Heute möchte ich auf einen Kommentar reagieren, der zu einem Post geschrieben wurde, der schon einige Zeit zurückliegt:

18. März 2016

Nähen // Noch eine "Milla" von Lybstes {und ein paar klitzekleine Tipps zur Kombination von Mustern und Farben}




 * Dieser Post enthält Werbung *

Ich hab euch ja schon gesagt, dass ich nicht aufhören konnte, Millas zu nähen. Gleich nach der ersten Milla habe ich die zweite zugeschnitten.

14. März 2016

Ein bisschen Ruhe...



In den letzten Tagen hatte ich das erste Mal so richtig Auszeit. Mein Mann und meine Eltern nahmen mir die Kinder ab, es wurde für mich gekocht und ein bisschen Haushalt gemacht, mein Mann pflanzte Blumen ein auf unserem Balkon und ich durfte schlafen, lesen, in Ruhe Kaffee trinken. Urlaub könnte man meinen. Aber nein, ich war krank. Und zwar so richtig. Bis auf Fieber hatte ich alle Grippesymptome, von ausgeprägten Glieder- und Kopfschmerzen, Nasennebenhöhlen so richtig zu und war extrem schnell erschöpft. Die meiste Zeit des Tages hütete ich das Bett.

11. März 2016

Preview // Ich mach mit beim Lybstes-Probenähen!!!


Vielleicht hat sich der eine oder andere Leser bereits gefragt, wo denn nun bitte die ganzen Frühlingsoutfits bleiben, die schon so hoch angekündigt wurden. Nein, ich bin nicht vom Plan abgekommen, ich nähe immer noch fleißig. Oder wie eine Verrückte, manchmal in jeder freien Minute. Nur dann nicht, wenn ich Fotos entwickle und hier schreibe oder der Haushalt sich so überhaupt nicht mehr aufschieben lässt.


Meine Frühlingsnäherei hat aber noch ganz spontan einen super spannenden Zuwachs bekommen! Ich durfte nämlich das neue Ballonkleid "Milla" von Lybstes probenähen! Hammer, oder?! Ich hab mich jedenfalls riiiiiiiiiieeeeesig gefreut, als ich die Zusage im virtuellen Postfach hatte.

3. März 2016

Backen // Lieblings-Chocolate-Chip-Cookies mit Ahornsirup, Haselnüssen und brauner Butter



Bei uns zu Hause kann man selten gekaufte Süßigkeiten finden. Wir haben mal aus finanziellen Gründen angefangen darauf zu verzichten, mittlerweile mögen wir sie eigentlich gar nicht mehr. Und ehrlich gesagt, ist es mir auch lieber, ich weiß, was ich so esse, weil ich die Leckereien selbst herstelle aus mir bekannten Grundzutaten.

18. Februar 2016

Nähen // Mein Spätwinterprojekt: Frühlingsgarderobe Teil 3 (Mimi)


Heute kommt der zweite dritte Teil meiner Aktion "Frühlingsgarderobe - selbst genäht!". Es geht nun um die Garderobe unserer großen Tochter für den lang ersehnten Frühlingsbeginn.

16. Februar 2016

Nähen // Mein Spätwinterprojekt: Frühlingsgarderobe Teil 2 (Neni)


Das war ja wohl nichts. Da dachte ich bei dem wunderschön warmen Wetter vorletztes Wochenende, wir würden mit großen Schritten auf den Frühling zuspurten. Jetzt ist es aber selbst im sonst so verregneten Münster noch einmal richtig kalt geworden. Es hat geschneit und gefroren, dafür scheint nun wenigstens die Sonne und hinter der Scheibe ist der Frühling gefühlt auch nicht mehr so weit weg.

9. Februar 2016

Nähen // Kapuzenpullover

Bevor ich euch meine Pläne weiter eröffne, möchte ich euch schonmal ein kleines Ergebnis meiner Näherei zeigen. Für den Frühling habe ich schon im Januar für unsere Große einen Kapuzenpullover genäht. Ich fand den Stoff so schon, ein kuscheliger Wintersweat, den mir meine Mama geschenkt hatte. Aber ich wusste lange nicht, was ich draus machen soll. Ein Kleidchen, eine Jacke, oder doch einen Pulli... Und welchen Stoff dazu kombinieren?

Nach einigem Hin und Her habe ich mich dann für einen Kapuzenpulli-Schnitt aus der Ottobre 01/2015 entschieden. Im Original hat er mich eigentlich gar nicht angesprochen - er war für Jungs genäht, einem Krokodil nachempfunden und von der Form her wirkte er für mein zierliches Mädchen auch nicht so richtig passend.



8. Februar 2016

Nähen // Mein Spätwinterprojekt: Frühlingsgarderobe Teil 1 (ich)


Während in anderen Teilen Deutschlands der Wintereinbruch kam und die Blogbeiträge über und über von Fotos im Schnee geprägt waren, konnten wir hier in Münster die Regentage nicht einmal mehr zählen. Nach den sechs Jahren in Bayreuth, in denen ich die kalten und trockenen Winter schätzen und lieben gelernt habe, musste ich jetzt feststellen, dass ich schon ganz vergessen hatte, wie nass es hier ist. Nicht selten regnet es pausenlos von morgens bis abends.

27. Januar 2016

Fastenzeit // 40 Tage Verzicht?


Gerade erst hat es begonnen, das neue Jahr, da ist der Januar auch schon fast wieder vorbei. In den Bäckereien hängen schon länger bunte Luftschlangen, Berliner (oder Krapfen oder Pfannkuchen, je nach Region) gibt es in allen Variationen zu kaufen. Liegen Weihnachten und Neujahr doch gerade erst hinter uns, die Schlemmzeit schlechthin, darf man sich doch auch wohl noch diesen Leckereien hingeben. Und dann, ab Aschermittwoch, wird hart gefastet. Süßigkeiten und Kalorienreiches, versteht sich. Damit im Sommer auch wieder ohne Schamgefühl das Freibad betreten werden kann.

Ich glaube, dass es so aber gar nicht gedacht war. Harte Selbstdisziplin einfach um der Disziplin wegen kann ich in meiner Bibel so  allerdings nicht finden. Jesus hat immer ein barmherziges Auge für Menschen gehabt, vor allem für jene, die große Probleme hatten und haben. Wenn jemand sich über die Feiertage und die Karnevalszeit nicht im Griff hat, liegt das Problem wohl tiefer - und das Fastenmüssen ist eine sich selbst auferlegte Last, die derjenige dann meist ganz schnell wieder ablegt, und weitermacht wie bisher. Unglücklich und jetzt auch noch enttäuscht über sich selbst.

Vielleicht hast du ja gar kein Problem mit dem Essen - schätze dich glücklich und danke deinen Eltern! Aber es gibt möglicherweise andere Dinge, an denen dein Herz hängt. Die du nicht lassen kannst, auch wenn es gut für dich oder andere wäre. Das können aber auch Verhaltensweisen sein, die an sich betrachtet, gar nicht schlecht sind, aber einen zu großen Stellenwert in deinem Leben eingenommen haben. Könntest du es einfach sein lassen, vierzig Tage lang?

30. November 2015

Miteinander // Bist du auch einsam?

Manchmal überwältigt mich das Gefühl, ganz allein zu sein auf dieser Welt. Ein Außerirdischer, Hinterwäldler, zusammen mit meiner Familie allein. Einsam.


Meine Facebook-Seite sagt mir, dass ich 329 Freunde habe.  Die allermeisten kenne ich sogar richtig. Fast 850 Menschen haben unserem Blog ein "Like" gegeben. Ich habe eine tolle Familie, im Kleinen wie im Großen. Ich bin die letzten drei Jahre in einer großartigen Gemeinde gewesen, voller großartiger, Jesus hingegebener, liebender Menschen. Und auch jetzt in Münster sind wir nicht "kontaktlos". Da wäre es doch naheliegend, zu denken, dass ich doch wohl nicht einsam sein kann.

Doch die Wahrheit ist, dass mir die sozialen Netzwerke nur vorgaukeln, ich hätte so viele Freunde. Ich bin stets auf dem Laufenden, was im Leben der anderen passiert, ohne ein Wort mit ihnen geredet zu haben. Weiß, wie sie und ihre Kinder aussehen, sich verändert haben, ohne sie in der letzten Zeit zu Gesicht bekommen zu haben. Teil zu haben an ihrem Leben, ohne ein echter Teil davon zu sein.

Ich merke, wie ich davon abhängig werde, möglichst viele Daumen für meine Beiträge bei Facebook zu bekommen, als Zeichen dafür, dass Menschen sich für mich interessieren. Wie meine Laune davon abhängt, ob mir Menschen direkt bei WhatsApp antworten oder davon, wie viele mir zu meinem Geburtstag oder zur Geburt unserer Kinder gratulieren. Und ich werde neidisch, wenn Menschen etwas ohne mich unternehmen. Dass etwas unternommen wird, sehe ich ja bei Facebook. Social Media machen mein Leben einsamer.

Auch habe ich das Gefühl, dass jeder so beschäftigt ist mit seinem Leben, dass dort kein Platz mehr für mich ist. Dass jeder schon seine Freunde hat. Kein freier Platz mehr für mich. Dass es unheimlich schwierig ist, sich zu verabreden. Ich weine meiner alten Heimatstadt hinterher, obwohl ich weiß, dass ich hierher kommen sollte und auch, dass ich mich trotz vieler Freunde auch dort häufig sehr einsam gefühlt habe. Leer.

Ich versuche, mein Zuhause schön, gemütlich, warm zu gestalten. Mit Kerzen und Kissen und Decken, Adventsdekoration zum "Fest der Liebe". Aber sollte dabei nicht auch die Liebe mit einziehen, nicht nur das Drumherum? Trotz der schönen Wohnung und der Kerzen bleibt mein Zuhause irgendwie leer und kalt. Weil die Menschen fehlen, die mein Zuhause füllen. Weil ich Gott zu selten hineinbitte.


Gott hat uns geschaffen, um mit ihm in einer engen Gemeinschaft zu leben. Der Alltag drängt Jesus aber immer wieder weit nach außen. Oder eher mich weit weg von ihm. Und es fällt mir immer wieder so schwer, die Gemeinschaft mit ihm zu suchen, weil ich mich nicht würdig fühle. Mich schäme, dass ich nicht in der Bibel gelesen habe, trotz des Wissens, dass es mir so gut tut. Nicht gebetet habe, obwohl meine Seele das braucht. Wenn ich die Geschichte vom verlorenen Sohn lese, sehe ich aber, dass Gott geduldig ist. Dass er uns gehen lässt, wenn wir gehen wollen, aber dass er mit offenen Armen, voller Sehnsucht auf uns wartet, uns wieder in seine liebenden Arme schließen zu können. Weil er das Beste für uns will. Immer wieder, wenn ich endlich zurückkehre und eine Ahnung von seiner unendlichen Liebe und Geduld und Gnade bekomme, überkommen mich Tränen der Dankbarkeit. Und es geht mir besser.

Doch immer noch bleibt eine Leere. Gott hat uns nicht nur für sich erschaffen. Schon in der Schöpfung heißt es: "Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei." (1. Mose 2, 18). Dabei war er ja gar nicht allein, er hatte Gott, den wunderbaren Garten Eden und all die Tiere, die Gott erschaffen hatte. Doch eines fehlte noch, ein anderer Mensch. Wir brauchen einander, den Kontakt, die echte Gemeinschaft mit anderen Menschen. Wieso ist es dann so schwer, Gemeinschaft zu pflegen?



In den letzten Tagen durfte ich etwas erkennen. Dass ich mich nicht damit abfinden muss, dass ich mich einsam fühle. Dass es aber auch etwas kostet. Zeit, Geld, meine Aufmerksamkeit.

Die Beziehung zu meinem Mann hat sehr unter dem Stress der letzten Monate gelitten, und endlich haben wir uns wieder nur uns als Paar gewidmet. Wieder über uns geredet, gemeinsam Predigten gehört, gemeinsam gelebt statt nur nebeneinander. Das hat schon sehr geholfen.



Doch auch zu zweit kann man sich isoliert fühlen. Deswegen haben wir endlich aufgehört, darauf zu warten, eingeladen zu werden, und sind einfach mal ein paar Stunden durch das Ruhrgebiet getourt, um Freunde zu besuchen. Trotz der Bedenken, die Kleinen könnten das evtl. nicht gut mitmachen. Trotz Fußballfans im Zug, die aber auch im betrunkenen Zustand noch sehr viel Rücksicht auf unsere Kleinen genommen haben (Merke: Nicht immer Menschen in Schubladen schieben und Misstrauen abbauen!). Trotz der unverschämt hohen Kosten fürs Bahnfahren von Geld, das wir eigentlich nicht haben (oder glauben zu haben). Es war das alles mehr als wert! Es tat so gut, wieder Menschen zu sehen, einfach nur, um sie zu sehen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Und dieses Mal soll es nicht das letzte Mal für eine lange Zeit bleiben.



Und dann gibt es immer noch diese wunderbaren Menschen, die selbst keine Mühe und keinen Aufwand scheuen, uns zu besuchen. Ich liebe sie dafür und bin ihnen unendlich dankbar dafür!


Vielleicht ist es offensichtlich, aber Gott hat mich etwas verstehen lassen. Bei Freundschaften ist es ähnlich wie mit Pflanzen. Man muss sie gießen und pflegen und manchmal auch stutzen, damit sie wachsen und gedeihen und am Leben bleiben. Er hat mir auch gezeigt, dass Pflanzen sich meistens auch dann erholen, wenn sie schon die Köpfe hängen lassen und man sie dann wieder gießt. Sie richten sich wieder auf, als wäre nichts gewesen. Es gibt auch solche, die sich nicht wieder berappeln, aber das sind wenige.



Ich will es versuchen. Dann gibt es halt weniger Geschenke in diesem Jahr, die wieder nur helfen, Einsamkeit zu überspielen. Und vielleicht lassen die anderen sich ja auch darauf ein, nicht mehr einsam zu sein.


9. November 2015

Aus unseren Küchen // Kürbisrisotto

Mmmmh... Das könnte ich zur Zeit ja jeden Tag essen. Herbstzeit ist für mich einfach Kürbiszeit. In allen Variationen. Wie gut, dass der Rest meiner Familie das genauso sieht. Wir hatten ihn schon als Suppe, im Schmortopf, Ravioli und eben als Risotto. Dazu braucht es nicht viel, man kann es prima vorbereiten, dann mit Kind(ern) auf dem Arm kochen und man wird auch noch satt. Und es schmeckt soooo gut!



Wer mich kennt, weiß, dass ich meinen Wocheneinkauf am liebsten auf dem Markt erledige. Bei hiesigen Bauern. Dort gibt es gerade eine riesen Auswahl an Kürbissen, von winzig, bis eben riesig. Dagegen ist ein aufgeblasener Wasserball nichts. Am liebsten essen wir Muskatkürbis, aber je nachdem, was man damit machen möchte, greifen wir auch zu anderen Sorten. Am Wochenende habe ich bei einer guten Freundin eine Kürbissuppe mit Hokkaido und Butternut gegessen und die war hammermäßig lecker!

Hier im Westen ist es ja bekanntlich nicht soooo kalt, dafür aber soooo nass im Winter. Unser Balkon ist es allerdings nicht, und so kaufe ich jetzt schon lieber ein paar mehr Kürbisse, wenn sie günstig sind und lagere sie, na klar, auf unserem Balkon. Da muss ich bloß aufpassen, dass sie von der Großen nicht als Bälle missbraucht werden. Druckstellen verkürzen die Lagerfähigkeit enorm. Und da sie zur Zeit richtig austestet, wo meine Grenzen sind, und auf meinen Hinweis, die Kürbisse sollen liegenbleiben, ein "Ja-ha" mit einem leichten Grinsen antwortet, und ich genau weiß, dass sie sie hochnehmen wird, sobald ich weggehe, habe ich sie in Sicherheit gebracht. Spielen kann sie mit anderen Sachen, nicht mit Essen.

Also, wer Lust hat auf ein richtig cremiges Risotto, findet unten das Rezept. Das funktioniert übrigens auch mit anderen Gemüsesorten, aber mit Kürbis ist mir (gerade) am allerliebsten. Und, es ist wirklich, wirklich einfach. Das gehört zu unserer familientauglichen Alltagsküche - vorausgesetzt, ich habe Mittags wenigstens kurz den Kürbis kleingewürfelt. Denn so lässt sich das Essen auch mit quengeligen (Klein-)Kindern auf den Tisch bringen.


(Ein Foto vom Essen gibt es diesmal leider nicht. Dafür war es am Abend bei Kerzenlicht zu dunkel... :-) )

Für 2-3 Personen:

180g Risottoreis (Arborio)*
400g Muskatkürbis, recht klein gewürfelt
1 mittelgroße Zwiebel, fein gehackt
ca. 100ml guten Weißwein
50g Parmesan, gehobelt
zwei gute Stück Butter (nach Gefühl)
500ml Gemüsebrühe

Ein gutes Stück Butter in einem Topf mit dickem Boden zerlassen und erhitzen. Die Zwiebel darin glasig dünsten und den Reis hinzufügen. Alles anschwitzen. Mit dem Weißwein ablöschen und fast komplett einköcheln lassen (damit der Alkohol weg ist). Nun einen Schluck Brühe und die Kürbiswürfel zufügen. Umrühren und den Deckel aufsetzen. Immer wieder den Reis vom Boden wegschaben mit einem Pfannenwender, bis er die Brühe ganz aufgenommen hat. Mit der restlichen Brühe schluckweise genauso verfahren. Wenn die Brühe verbraucht ist, einmal kurz testen, ob der Reis schon weich genug ist, sonst noch etwas Brühe hinzufügen. Ist der Reis weich genug, den Topf vom Herd nehmen und noch ein gutes Stück Butter und den gehobelten Parmesan unterrühren. 5 Minuten stehen lassen, nochmal umrühren und servieren.

*Manche Menschen nehmen für Risotto gewöhnlichen Milchreis, weil dieser auch rundkörnig ist. Das funktioniert auch, ist aber bei weitem nicht so gut im Ergebnis. Wer also wirklich gutes Risotto essen möchte, sollte Risottoreis nehmen. Im Notfall geht aber Milchreis auch.

9. Oktober 2015

Familienalltag // Klare Ansagen! Oder: Wie erziehe ich bloß meine Tochter?

Meine Große hat zur Zeit ein so gesundes Selbstbewusstsein, dass es sie nur mittelmäßig beeindruckt, wenn ich ihr ganz ernst sage, dass dieses oder jenes nicht geht. Dass sie bitte sitzenbleiben soll auf ihrem Stuhl, statt aufzustehen und über den Tisch zu krabbeln (kleiner Wink an einen guten Freund: Das hat sie bestimmt von dir, weil du mit ihr vor Monaten das Über-den-Tisch-Laufen geübt hast... nur Spaß). Auch soll sie dann unsere Lampe überm Tisch "nur gucken, NICHT anfassen". Manchmal könnte ich genauso gut nichts sagen. Vor wenigen Wochen habe ich mir sogar einen Ratgeber gekauft. Das allerdings in erster Linie, weil ich einen Trick wissen wollte, wie ich ihr das Baden erleichtern könnte. Im Sommer haben wir nämlich beim ersten Freibadbesuch eine Dreiviertelstunde am Beckenrand gesessen, um ihren Fuß(!) ins Wasser zu bekommen... Zu diesem Thema fand ich dann leider nichts Hilfreiches (immer her mit euren Ratschlägen), aber der Rest klang in Puncto Erziehung sehr vielversprechend. Beispielsweise so klar wie möglich auszudrücken, was man von dem Kind möchte, und nicht nur sagen, was man nicht möchte. Also, klassisches Beispiel, "Bleib auf dem Bürgersteig" statt "Nicht auf die Straße!". Oder "Sitzenbleiben/Hinsetzen!" statt "Nicht hinstellen!" Vieles habe ich davon übernommen, aber so richtig juckt das meine schlaue Eineinhalbjährige nicht. Sie grinst dann bloß breit oder "überhört" es einfach. Vielleicht ist es einfach das Alter, in dem man gerne ausprobiert, was man alles so darf und was nicht. Und wenn man heute was nicht darf, heißt das ja schließlich nicht, dass es morgen genauso sein muss... Oder?

Allerdings hat mir das Wissen aus dem Buch heute einen sehr schönen Lichtblick mit der Großen verschafft und wieder einmal gezeigt, dass Kinder uns wirklich beim Wort nehmen. Ohne das Wissen aus dem Buch wäre es mir vielleicht gar nicht aufgefallen. Als nichts mehr half und die eingeladene Freundin und ich uns keinen vollständigen Satz lang mehr unterhalten konnten (das werden viele Mütter wahrscheinlich auch kennen), nahmen wir die Kinder und gingen raus. Ich zog meiner Großen absichtlich keine Schuhe an. Sie trug warme Socken, es war sehr mild und nur für den Kinderwagen Schuhe anziehen und hinterher wieder ausziehen... Nee. Sie sollte ja nicht rumlaufen, das hätte ich heute nicht hinbekommen. Mit der Kleinen im Tragetuch, zu wenig Schlaf und einem sehr aktiven Kind, das wahrscheinlich nicht hätte wieder einsteigen wollen. An der Kanalpromenade. Nein. Emilia machte aber nach einiger Zeit deutlich, sie wolle aussteigen und laufen. Ich erklärte ihr, dass sie nur Socken anhabe, ich keine Schuhe für sie dabei hätte und sie deswegen nicht herumlaufen könne. Daraufhin zog sie sich einen Socken aus, zeigte wieder auf den Weg und auf ihren Gurt und nickte eifrig. Dass sie ohne Socken auch nicht herumlaufen dürfte, hatte ich ihr schließlich nicht gesagt...


So sehr ich über dieses Erlebnis auch noch immer grinsen muss, frisst es so langsam doch an meinen Nerven, dass ich an so vielen Enden an meine Grenzen stoße. Körperlich regelmäßig mittags und abends total erschöpft, das Hin und Her zwischen den Kindern, die Erziehung der Großen, die Gedanken darüber, ob die Kleine zu oft nur nebenher läuft, daneben noch ein Haushalt, der gemacht werden möchte und das Gefühl, zu nichts mehr für sich selbst zu kommen. Und da heute mal wieder alles noch anstrengender war und (gefühlt) die ganze Welt gegen mich, wollte ich mich eigentlich mit diesem Post bei euch ausheulen und mich selbst bemitleiden.


Gott sei Dank hat mich mein Mann angerufen und mein Frustablassen unterbrochen - was dann leider dazu führte, dass er alles abbekam. Er sagte mir richtigerweise, dass wir seine Pause auf der Arbeit so nicht verbringen sollten, ich mal ruhig durchatmen sollte, um dann zielführender weiterzureden. Dem stimmte ich zu, um dann nach einem dicken ABER weiterzuschimpfen. Oh je... Gott sei Dank habe ich einen sehr geduldigen Ehemann, der sich mein Durcheinanderwerfen von Fakten anhört und dann richtig stellt und mich zur Besinnung bringt. Ich rede nämlich zu wenig. Glaubt man kaum, so als Frau. Aber ich denke mir meist nur meinen Teil, ziehe Schlüsse und handle dann entsprechend, ohne auch nur ein Wort mit ihm darüber geredet zu haben, ob das so überhaupt Sinn macht.

Wenn er zum Beispiel sagt "Ich muss dann und dann auf der Arbeit sein und würde gerne vorher noch warm essen", denke ich, ich müsste dafür sorgen, dass er das kann, und auch Mittagessen kochen, ihn zeitig wecken, ihm die Kinder vom Hals halten usw. Habe aber nebenher noch weitere Aufgaben in meinem Kopf, die gemacht werden wollen, die ich meinem (gerade sehr viel) arbeitenden Mann nicht auch noch aufdrücken will. In meinem Kopf entsteht dann aber schon wieder Panik, das alles nicht zu schaffen, weil das zeitlich gar nicht zu schaffen ist. Noch weiß mein Mann aber gar nichts von den Aufgaben (könnte er sich ja schließlich denken...), wenn ich ihm dann vorwerfe, dass das alles überhaupt nicht geht, sich alles nur um ihn dreht und er NIE (dieses Wort sollte man aus einem Streitwortschatz streichen, genau wie immer...) an mich denkt. Wie auch, wenn ich ihm gar nichts von mir erzähle und nicht mit ihm nach Lösungen suche, sondern nur für ihn und uns entscheide und dann überfordert bin. Ihm vorwerfe, dass er mich überfordert, obwohl er mir gar keine Aufgaben zugewiesen hat. Ich habe mal zum Thema Kommunikation ein Seminar mitgemacht, da ging es auch um Menschen, die aus allem einen Appell heraushören...

Jedenfalls haben wir dann am Ende doch einen gemeinsamen Plan gefunden, den Alltag zu schaffen mit den Kindern, mit dem wir beide gut zurechtkommen. Weil wir beide gesagt haben, was uns wichtig ist, und dann gemeinsam nach Möglichkeiten gesucht, das in Einklang zu bringen. Und der Plan ist ziemlich gut, finde ich. Ab morgen wird er praxiserprobt.


Ich bin Gott sehr dankbar für diese Wendung des Abends. Wie gut zu wissen, dass Gott uns in Jesus vergibt, auch immer und immer wieder für die gleichen Verfehlungen. Und wie gut, dass er uns Stück für Stück in bessere Menschen verwandeln kann, unsere Herzen verändert, uns schleift, damit wir zu funkelnden, reinen Diamanten werden können. Einfach nur, wenn wir uns ihm hingeben. Und Gott, danke für meinen großartigen Ehemann. Und danke für unsere Kinder. Ich weiß, dass sie am Ende einen guten Weg gehen werden, weil du ihr Leben in deiner Hand hältst. Und danke, dass du mir trotz aller Anstrengungen so viel Liebe für sie schenkst.


Wie geht es euch? Erlebt ihr gerade ähnliche Zeiten? Wie geht ihr damit um?

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