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3. März 2016

Backen // Lieblings-Chocolate-Chip-Cookies mit Ahornsirup, Haselnüssen und brauner Butter



Bei uns zu Hause kann man selten gekaufte Süßigkeiten finden. Wir haben mal aus finanziellen Gründen angefangen darauf zu verzichten, mittlerweile mögen wir sie eigentlich gar nicht mehr. Und ehrlich gesagt, ist es mir auch lieber, ich weiß, was ich so esse, weil ich die Leckereien selbst herstelle aus mir bekannten Grundzutaten.

16. Dezember 2015

Nachtisch // Weihnachtliche Fruchtlasagne

Ich habe ja erst kürzlich von meinen Studenten gelernt, dass der Deutsche im Schnitt nur 370 g über die Feiertage zunimmt. Trotz Gans und Klößen und Lebkuchen und Glühwein und Bratwurst. Verrückt, oder? Wer hätte das gedacht?

Da dachte ich: Ich tu mal was dagegen und erfinde eine Nachspeise, die nun alles andere als kalorienreduziert und skinny ist. Herausgekommen ist eine Liaison von würzigem Zimt, herber Schokolade, fruchtigen Kirschen und - mein absoluter Liebling, immer - Sahne (i love you!).

In diesem Rezept habe ich Butterkekse verwendet (Vollkorn, übrigens. So völlig kann ich meine Grundwerte nicht übergehen), aber ich kann mir vorstellen, dass jedes weihnachtliche Gebäck, z. B. Lebkuchen-artiges oder Frühstückskuchen, sehr lecker darin wären. Auch anderes Obst kann lecker sein (vielleicht gedünstete Äpfel?).

Wer also noch einen Nachtisch gesucht hat, den er zur Weihnachtsfeier mitnehmen kann: Hier ist er!


Zutaten

  • 4 Becher Sahne
  • 250 g Magerquark
  • 100 ml Milch
  • 100 g Zucker
  • Vanillezucker
  • Butterkekse (1 Packung)
  • Schattenmorellen im Glas
  • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver
  • 2 EL Zimt
  • 200 g Zartbitterschokolade
  • 3 Butterkekse zum Garnieren

 

Zubereitung

  1. In einem Topf zwei Becher Sahne erwärmen (nicht kochen!) und von der Herdplatte ziehen. Schokolade grob hacken. Die zerkleinerte Schokolade in die heiße Sahne geben und mehrmals umrühren, bis keine Stückchen mehr zu sehen sind. Die Schokoladenmasse beiseitestellen, sodass sie etwas abkühlen kann.
  2. Kirschen abgießen und den Saft auffangen. Vom Saft 6 EL abnehmen und in eine Tasse geben. In einem zweiten Topf den restlichen Saft erhitzen, bis er kocht. In der Tasse den Saft mit dem Puddingpulver und 50 g Zucker vermengen. Angerührte Puddingmasse in den kochenden Kirschsaft geben und unter Rühren nochmals aufkochen lassen, bis die Masse beginnt, fest zu werden. Die Kirschen vorsichtig unterheben und mit Zimt abschmecken. Vom Herd ziehen und abkühlen lassen.
  3. Nun in einer Schüssel die Sahne steif schlagen. In einer zweiten Schüssel den Quark mit 50 g Zucker, dem Vanillezucker und der Milch geschmeidig rühren. Anschließend die Sahne unterheben und alles gut durchmischen. Abschmecken: Wem es noch nicht süß genug ist, füge noch Zucker hinzu.
  4. Die drei Komponenten - Schokolade, Kirschen und Quarkcreme - nun zusammen mit den Butterkeksen in eine Auflaufform schichten.
  5. Dabei könnt ihr so vorgehen, wie ihr möchtet oder den Schritten im nachfolgenden Bild folgen. Je nach Auflaufform können die Teilmengen variieren. Ich habe mich für eine besonders hohe Auflaufform entschieden, weil ich viele Schichten haben wollte.


Schichtreihenfolge

  1. Die Hälfte der Kirschen auf den Boden verteilen. Darauf so viele Kekse legen, bis alle Kirschen abgedeckt sind.
  2. Die Schokomasse mit einem Spatel vorsichtig auf den Keksen verstreichen. Ein paar EL zurückhalten.
  3. Es folgt eine weitere Keksschicht.
  4. Die Hälfte der Quarkcreme auf den Keksen verstreichen.
  5. Es folgt abermals eine Keksschicht.
  6. Auf die Kekse kommt die andere Hälfte der Kirschen.
  7. Noch mal Kekse.
  8. Als Deckschicht kommt der Rest der Quarkcreme.
  9. Die restliche Schokomasse kunstvoll mit der Rückseite eines Löffels in die Oberfläche der Fruchtlasagne einarbeiten. Die Butterkekse (zum Garnieren) jeweils zwei Mal brechen und elegant in die Quarkcreme stecken.
 Bon appetit!

9. November 2015

Aus unseren Küchen // Kürbisrisotto

Mmmmh... Das könnte ich zur Zeit ja jeden Tag essen. Herbstzeit ist für mich einfach Kürbiszeit. In allen Variationen. Wie gut, dass der Rest meiner Familie das genauso sieht. Wir hatten ihn schon als Suppe, im Schmortopf, Ravioli und eben als Risotto. Dazu braucht es nicht viel, man kann es prima vorbereiten, dann mit Kind(ern) auf dem Arm kochen und man wird auch noch satt. Und es schmeckt soooo gut!



Wer mich kennt, weiß, dass ich meinen Wocheneinkauf am liebsten auf dem Markt erledige. Bei hiesigen Bauern. Dort gibt es gerade eine riesen Auswahl an Kürbissen, von winzig, bis eben riesig. Dagegen ist ein aufgeblasener Wasserball nichts. Am liebsten essen wir Muskatkürbis, aber je nachdem, was man damit machen möchte, greifen wir auch zu anderen Sorten. Am Wochenende habe ich bei einer guten Freundin eine Kürbissuppe mit Hokkaido und Butternut gegessen und die war hammermäßig lecker!

Hier im Westen ist es ja bekanntlich nicht soooo kalt, dafür aber soooo nass im Winter. Unser Balkon ist es allerdings nicht, und so kaufe ich jetzt schon lieber ein paar mehr Kürbisse, wenn sie günstig sind und lagere sie, na klar, auf unserem Balkon. Da muss ich bloß aufpassen, dass sie von der Großen nicht als Bälle missbraucht werden. Druckstellen verkürzen die Lagerfähigkeit enorm. Und da sie zur Zeit richtig austestet, wo meine Grenzen sind, und auf meinen Hinweis, die Kürbisse sollen liegenbleiben, ein "Ja-ha" mit einem leichten Grinsen antwortet, und ich genau weiß, dass sie sie hochnehmen wird, sobald ich weggehe, habe ich sie in Sicherheit gebracht. Spielen kann sie mit anderen Sachen, nicht mit Essen.

Also, wer Lust hat auf ein richtig cremiges Risotto, findet unten das Rezept. Das funktioniert übrigens auch mit anderen Gemüsesorten, aber mit Kürbis ist mir (gerade) am allerliebsten. Und, es ist wirklich, wirklich einfach. Das gehört zu unserer familientauglichen Alltagsküche - vorausgesetzt, ich habe Mittags wenigstens kurz den Kürbis kleingewürfelt. Denn so lässt sich das Essen auch mit quengeligen (Klein-)Kindern auf den Tisch bringen.


(Ein Foto vom Essen gibt es diesmal leider nicht. Dafür war es am Abend bei Kerzenlicht zu dunkel... :-) )

Für 2-3 Personen:

180g Risottoreis (Arborio)*
400g Muskatkürbis, recht klein gewürfelt
1 mittelgroße Zwiebel, fein gehackt
ca. 100ml guten Weißwein
50g Parmesan, gehobelt
zwei gute Stück Butter (nach Gefühl)
500ml Gemüsebrühe

Ein gutes Stück Butter in einem Topf mit dickem Boden zerlassen und erhitzen. Die Zwiebel darin glasig dünsten und den Reis hinzufügen. Alles anschwitzen. Mit dem Weißwein ablöschen und fast komplett einköcheln lassen (damit der Alkohol weg ist). Nun einen Schluck Brühe und die Kürbiswürfel zufügen. Umrühren und den Deckel aufsetzen. Immer wieder den Reis vom Boden wegschaben mit einem Pfannenwender, bis er die Brühe ganz aufgenommen hat. Mit der restlichen Brühe schluckweise genauso verfahren. Wenn die Brühe verbraucht ist, einmal kurz testen, ob der Reis schon weich genug ist, sonst noch etwas Brühe hinzufügen. Ist der Reis weich genug, den Topf vom Herd nehmen und noch ein gutes Stück Butter und den gehobelten Parmesan unterrühren. 5 Minuten stehen lassen, nochmal umrühren und servieren.

*Manche Menschen nehmen für Risotto gewöhnlichen Milchreis, weil dieser auch rundkörnig ist. Das funktioniert auch, ist aber bei weitem nicht so gut im Ergebnis. Wer also wirklich gutes Risotto essen möchte, sollte Risottoreis nehmen. Im Notfall geht aber Milchreis auch.

6. November 2015

Heißer Apfelpunsch ... oder wie sagt man so schön: An apple a day ...

... keeps the doctor away.


Wisst ihr, was bekanntlich noch den Doktor fernhalten soll (verzeiht diese holprige Direktübersetzung)? Sport. Ich hab ja gehört, dass Bewegung im Prinzip gut tut und allerlei Wehwehchen vorbeugen kann.

Da ich aber nich gewillt bin, trölftausend Euro für eine Fitnessstudiomitgliedschaft hinzublättern muss ich mir was ausdenken.

Für den Uni-Sport bin ich zu alt (und irgendwie zu Nicht-Student), für's Laufen bin ich zu ... wie soll ich's sagen, ohne mich im Internet zu blamieren? Ach ja, faul. Das trifft's. Und überhaupt: Wer kann wochenlang, monatelang immer wieder. Die. Gleiche. Runde. Laufen?!

Was bleibt? Der Hausfrauen-Step-Arobic-Kursus (dafür bin ich dann wieder zu... Nicht-Hausfrau?).

Und Youtube! (Gerne könnt ihr noch die 100.000 anderen Möglichkeiten aufzählen, die man machen könnte, um sich sportlich zu betätigen, aber ich höre euch schon gar nicht mehr ... lalalalala)

Youtube bietet mir an, dass ich mit nur 4 kleinen Übungen, die ich in schlappen 10 Minuten absolvieren kann, einen Po wie Adriana Lima oder Beine wie Ciley Myrus (warte... wie war das?) oder einen Stahlbauch wie Hulk bekommen kann. "In Sachen Effektivität kaum zu schlagen", denke ich mir. Gelockt also durch diese lieblichen Versprechungen rolle ich die verstaube Bodenmatte in unserem Wohnzimmer aus, drehe Macklemore auf nicht gerade Zimmerlautstärke, hoffe, dass meine Nachbarn mich nicht sehen und schnüre meine Turnschuhe! Adriana, Miley, Hulk, watch out!

Ob mein gefühlter 80-stündiger Muskelkater, der mich im Anschluss heimsucht, wirklich den Doktor away keept?! Keine Ahnung!

Wichtig ist aber - und das ist ganz bestimmt nicht nur meine höchstpersönliche Einschätzung der Sachlage - sich ordentlich nach dem Training zu belohnen. Zum Beispiel mit heißem (absolut alkoholfreien) Apfelpunsch! Mit Zimt. Und ZUCKER!

Und wenn's schon nicht der Sport tut ... im Punsch sind schließlich auch Äpfel drin :)!


Heißer Apfelpunsch mit Zimt-Zucker-Krönchen

ergibt (ordentliche) 4 Portionen oder 8 kleine Portionen
  • 500 ml Apfelsaft, naturtrüb
  • 300 ml Orangensaft, ohne Fruchtfleisch
  • 1 TL Zimt, gemahlen
  • 1 1/2 TL Ingwer, gemahlen
  • 1/2 TL Nelken, gemahlen
  • evtl. etwas Honig zum Süßen
  • 1 Apfel, in feine Spalten geschnitten
  • 50 g Zucker + 1 TL Zimt

Zucker und Zimt gut mischen. Auf einen Teller geben. Auf einen weiteren Teller einen Schluck Apfelsaft geben. Die Gläser mit dem Rand vorsichtig erst in den Apfelsaft, dann in den Zimtzucker tauchen. Beseitestellen.

Den Apfel waschen und in sehr feine Spalten schneiden. In einem weiten Topf den Apfelsaft und Orangensaft vorsichtig erhitzen. Mit einem Schneebesen die Gewürze einrühren. Wer es süßer mag, kann mit Honig nachsüßen. Ganz zum Schluss, wenn der Saft heiß ist, die Apfelscheiben dazugeben. Ungefähr 2 Minuten weiter sieden lassen, dann vom Herd nehmen.

Den Punsch vorsichtig in die vorbereiteten Gläser füllen, z. B. mit einer kleinen Kelle, um das Zimt-Zucker-Krönchen nicht zu beschädigen. Sofort heiß servieren.

20. Oktober 2015

Frühstückskekse



Ich gestehe, ich frühstücke nicht super gerne.

Kein reich gedeckter Frühstückstisch lockt mich früh um 7 aus meinem Bett. Nicht einer. In dieser Hinsicht bin ich vielleicht eher südeuropäisch, aber eine Tasse Kaffee mit Milch würde mir absolut reichen.


Da ich aber weiß, wie wichtig das Frühstück ernährungsphysiologisch ist und wie mies es mir spätestens um 11 Uhr geht, würge ich trotzdem jeden Morgen ein paar Happen runter. Und dieser Happen muss für mich so abwechslungsreich und lecker sein, dass ich fast nicht merke, dass ich frühstücke.

Meine neueste Art, um mich zu bestechen, sind deshalb: Frühstückskekse!

Das Tolle an diesen Keksen ist, dass man sie total leicht nach eigenem Geschmack abwandeln kann: Mehr Honig, weniger Honig, Zucker statt Honig, mehr Nüsse, weniger Nüsse, ein paar Schokoladentröpfchen dazu oder getrocknete Früchte, etc. Im Vergleich zum Originalrezept habe ich beispielsweise Zucker und Weizenmehl durch Honig und Dinkelmehl ersetzt, um das ganze gesünder und vollwertiger zu machen.

Sie sehen aus wie Kekse, sie haben Keksform und trotzdem sind sie gesund. Mit vielen guten Haferflocken, Nüssen, Honig und Dinkelmehl sind diese Kekse quasi wie gebackenes Müsli. Yay!!


Rezept für Frühstückskekse

adaptiert von Tanya Heathcote

Zutaten für ca. 15 Stück
  • 50 ml Honig, zimmerwarm und weich
  • 50 g zimmerwarme Butter
  • 1 reife Banane
  • 1 Ei
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 180 g Haferflocken (zart oder kernig)
  • 120 g Dinkelvollkornmehl
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Zimt
  • 150 g Nüsse (z. B. Mandeln und Sonnenblumenkerne)

 

Zubereitung


1. Backofen auf 180°C vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.

2. In einer Schüssel Honig und Butter mit dem Handrührgerät cremig rühren. Die Banane schälen und auf einem Teller mit einer Gabel fein zerdrücken. Bananenmatsch, Ei und Vanillezucker zur Honigbutter geben und gut verrühren.

3. In einer zweiten Schüssel Haferflocken, Mehl, Backpulver, Salz, Zimt und Nüsse mit einem Löffel grob verrühren. Nun die flüssigen Zutaten zu den trockenen schütten und mit einem Spatel unterheben, bis kein Mehl mehr zu sehen ist.

4. Mit einem Esslöffel den Teig auf das Blech löffeln. Mit dem Löffelrücken etwas verstreichen und andrücken. Genug Platz zwischen den Keksen lassen. Da die Kekse etwas aufgehen werden, lieber weniger Kekse auf einem Blech backen (ich habe zwei Fuhren mit der obigen Teigmenge gehabt).

5. Ungefähr 15 Minuten backen, bis sie goldbraun werden. Die Kekse sind auch nach dem Backen relativ weich, also nicht wundern (eher Lebkuchen-Konsistenz).




Frohes Frühstücken :)!


25. März 2015

Ein Hauch von Frühling - Lemon Curd



Die Krokusse blühen auf, die ersten Knospen öffnen sich, die Temperaturen werden milder... Endlich endlich wird es Frühling. Am Ende des Winters sehne ich mich - wie wahrscheinlich viele andere auch - nach der Sonne mit ihrer Wärme und geschmacklich nach dem ersten frischen Grün.

Unsere Vorräte an Marmelade (unter anderem diese hier) schrumpfen in sich zusammen, und mal ehrlich, wer will schon die ganze Zeit das Gleiche auf sein Brot schmieren?

Da gerade die zitronigen Rezepte nur so aus dem Boden sprießen, ließ ich mich inspirieren und teile heute mit euch mein Lemon-Curd-Rezept. Es ist nicht so süß, eher herb-säuerlich, aber eine willkommene Abwechslung zur doch eher süßen Marmelade. Es schmeckt herrlich zu allen hellen Gebäcken und Broten, wie Toast, Scones (ruhig auch mal mit dunkler Schokolade), probiert es einfach selbst aus. Hübsch verpackt ist es auch ein schönes Geschenk oder Mitbringsel zum Brunch.


Für zwei Gläser (je 250ml)

  • Saft und Schale von 2 mittelgroßen Zitronen
  • 4 Eier (Gr. L)
  • 130g Zucker (wer es lieber süßer mag, nimmt 150g)
  • 100g kalte Butter in Stückchen
  • 2 sterilisierte Twist-Off-Gläser (je 250ml)

Wenn noch nicht passiert, Gläser samt Deckel sterilisieren und bis zum Gebrauch auf einem sauberen Küchentuch umgedreht beiseitestellen.

Zitronensaft und -schale in einem kleinen Topf aufkochen. In einer großen Metallschüssel Eier und Zucker verrühren und langsam den heißen Saft unter Rühren einfüllen, damit die Eier nicht durch die Hitze gerinnen. Die Butter hinzufügen und die Metallschüssel über ein heißes Wasserbad stellen - also in einen passend großen Topf einhängen und das Wasser berührt die Metallschüssel NICHT. Das Wasser sollte nicht kochen, sonst gerinnen die Eier und die Masse wird klumpig. Jetzt langsam aber beständig mit einem Teigschaber aus Silikon rühren und die Masse vom Boden und Rand wegstreifen, bis die Mischung eine puddingähnliche Konsistenz aufweist. Dann sofort aus dem Wasserbad nehmen.

Den Curd in die Gläser füllen, etwas abkühlen lassen, und in den Kühlschrank stellen. Es hält sich etwa 2 Wochen ab sofort, und entnommen werden sollte es stets mit einem sauberen, nicht abgelutschten Löffel.



Was ihr mit der Leckerei sonst noch anstellen könnt, erfahrt ihr in Kürze...

Diese "traumhafte" Torte ist mir leider unmittelbar nach dem Fotografieren auseinandergefallen und auch geschmacklich ist sie noch zu verbessern. Daher wird es wohl bis zum nächsten Mal Lemon Curd warten müssen...


26. November 2014

Lieblingsgebäck: Zimtschnecken

Anders als ich ist mein Mann kein Kuchen-Fan. Überhaupt keiner. Ja, als Freundin von Teig und Zucker ist das ein schweres Los ;), danke der Nachfrage. Allerdings gibt es eine Sache, mit der ich dieses Anti-Backwerk-System überlisten konnte:
Zimtschnecken.




Sie sind quasi unsere Schnittmenge in unserem persönlich Ehe-Venn-Diagramm. Er mag herzhaft, ich mag süß. Er mag große Portionen, ich mag klein und niedlich. Er mag Tee, ich mag Kaffee. (Wir beide mögen sinnlose Diagramme.)





Zimtschnecken sind zwar süß, aber eben nicht zu süß. Sie sind in der Tat klein und niedlich, aber wenn man es darauf anlegt, kann man Unmengen davon essen. Und zum Tee passen sie genauso gut wie zum Kaffee.

Und das Beste: Das Rezept ist supereinfach. Man nehme 
  • Hefeteig (Rezept findet ihr unter dem Link)
  • 1 Ei, verquirlt mit einem Schuss Milch
  • 200 g Zucker + 2 EL Zimt, gut vermischt
  • evtl. Hagelzucker
Nachdem der Hefeteig schön aufgegangen ist, rollt ihr den Teil möglichst quadratisch aus und befeuchtet ihn mit ein bisschen Wasser. Danach streut ihr dick Zimt und Zucker auf die Teigplatte.



Anschließend rollt ihr den Teig von der Längseite her auf. Ungefähr so:



Achtet darauf, dass die "Naht" der fertigen Rolle unten liegt. Durch das Eigengewicht des Teigs wird sie ein bisschen zusammengepresst. Dann nehmt ihr ein scharfes (!) Messer - hier tut es übrigens auch ein Brotmesser - und schneidet ca. 3 cm dicke Scheiben ab.




Bewundert kurz euer Werk. Sind sie nicht wunderschön? 

Legt die Schnecken danach auf ein Backblech, nicht zu nah bitte, denn sie gehen noch auf im Ofen. Bestreicht sie mit der Milch-Ei-Mischung, sodass sie schön bedeckt sind und kein Mehl mehr sichtbar ist. Wer's im Haus hat und es besonders schön mag streut noch Hagelzucker auf die Teiglinge.

Und danach ab damit bei 180°C in den Ofen für ca. 10-15 Minuten. Die Schnecken sollten goldbraun sein. Dann sind sie fertig.






Wir haben hier ein kleines, aber feines Samstagsritual und das heißt: Schwedisches Frühstück. Ich weiß nicht, ob man in Schweden dazu wirklich schwedisches Frühstück sagen würde, aber ich stelle mir gerne vor, dass ich in einem kleinen, roten Häuschen sitze, während es draußen schneit und ich drinnen warme Zimtschnecken frisch aus dem Ofen zu einer Tasse schwarzem Kaffee genieße. Und weil ich nicht jeden Samstag um 7:00 aufstehen möchte, um Hefeteig anzusetzen, mache ich immer die doppelte Menge und friere den Rest ein. Das kann man nämlich auch wunderbar.

Klingt gut? Ist es auch :)!

11. September 2014

Backen mit Baby

Nein, der Kuchen ist natürlich nicht fürs Baby gedacht. Aber wie ihr wahrscheinlich mtbekommen habt, ist es in der letzten Zeit etwas stiller geworden. Das lag einerseits daran, dass wir im Urlaub waren, und andererseits daran, dass meine Maus anspruchsvoller geworden ist in der täglichen Fürsorge, und mir kaum bis keine Zeit lässt zum Backen - geschweige denn bloggen. Sie schläft tagsüber nicht mehr viel und wird von den Rührergeräuschen wach. Außerdem ist sie superflink beim Krabbeln und zieht sich auch schon überall hoch - dabei sieht man ja schließlich mehr. Leider ist der beleuchtete und sehr heiße Backofen ihr Favorit in der Küche, was das Anfassen angeht.
Ich habe schon einiges versucht. Bevor ich allerdings dazu kam, war ich meistens deprimiert, weil ich dachte, ich könnte nichts mehr machen, aus Rücksicht zu meiner Kleinen. Sie ist sehr geräuschempfindlich und Mama-bezogen, und ich möchte ihr auch nicht zu viel zumuten. Aber Gott holt mich in solchen Sitationen dann doch immer heraus, schenkt mir Geduld und einen klaren Kopf und ein paar Ideen, wie sich die Situation für beide Seiten gut regeln lässt.

Variante 1: Kind in den (rausfallsicheren) Hochstuhl und zuschauen lassen

Meine Maus hat einen unheimlichen Bewegungsdrang, aber solange sie etwas zu tun und zu sehen hat, ist sie zufrieden. Da es morgens beim Wohnung Saugen auch schon prima geklappt hat, sie vom Hochstuhl aus zuschauen zu lassen, dachte ich, es ginge bestimmt auch beim Backen.

Bedacht hatte ich allerdings nicht, dass unsere kleine Wohnung relativ schnell gesaugt ist, während das Zubereiten eines Kuchens doch etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt. So wurde sie bald ungeduldig und wollte aus dem Hochstuhl raus, was sie lautstark mitteilte. Auf den Arm nehmen konnte ich sie nicht, und in ihrem Zimmer spielen mit dem lauten Geräuschpegel wollte sie nicht. Ziemlich gestresst, mit immer mehr im Hochstuhl jammernden Kind, brachte ich irgendwie den Kuchen in den Ofen - und vergaß ihn am Ende ein bisschen zu lang. Das Ergebnis war eine zu dunkle Kruste, ein etwas zu trockener Kern, und zwei gestresste Menschen.

Fazit: Mit meinem Kind funktioniert es nicht, mit anderen vielleicht.

Variante 2: Freundin einladen

Vorgestern war dann eine gute Freundin zu Besuch, um mit uns gemeinsam zu backen. Alles klappte an sich prima, wir nahmen abwechselnd die Kleine und beschäftigten uns mit ihr. Einziger Nachteil war, dass ich ziemlich zeitintensive Rezepte herausgesucht hatte und meine Tochter dann doch wieder Sehnsucht nach ihrer Mama und Hunger hatte. So war ich am Ende doch hin und her gelaufen zwischen Kind und Küche und ganz schön platt.

Fazit: Wenn man davon absieht, dass man sich wegen der lauten Küchenmaschine und der Kommentare der Tochter nicht so richtig unterhalten konnte, war es trotzdem sehr schön. Ich muss mich wahrscheinlich auch einfach noch daran gewöhnen, dass das Leben mit Kindern etwas turbulenter und geräuschintensiver ist.

Variante 3: Ab ins Tragetuch!

Natürlich kann man nicht immer auf andere Menschen zurückgreifen - wie auch heute früh. Meine Tochter war besonders anhänglich, aber ein Kuchen musste auch gebacken werden, unsere Vorräte sind nämlich mal wieder erschöpft. Also, was tun? Ich hatte schon einmal mit ihr im Tragetuch auf meinem Rücken gebacken, aber wenn sie nicht sieht, wo die Geräusche herkommen, ist sie sehr schnell sehr irritiert und unglücklich.

Da wurde ich daran erinnert, dass ich ja noch ein Tragetuch habe, für das Auf-der-Hüfte-Sitzen konzipiert. Also, rein mit dem Kind und los. Einziger Nachteil ist, dass ich effektiv nur meine rechte Hand nutzen konnte, die linke war blockiert.

Zuerst habe ich dieses Mal wirklich alle Zutaten vorbereitet und abgewogen in kleine Schüsselchen gefüllt. Schwierigkeiten hatte ich nur beim Mehl (der Behälter hat sich beim Schütten immer wieder geschlossen) und bei der Butter (Öffnen der Verpackung und Schneiden ohne Festhalten der Butter ist schwierig, aber machbar). Nach dem Vorbereiten bekam die Kleine dann ihr Mittagessen.

Dann habe ich, mit der Tochter wieder auf der Hüfte, nach und nach alles in der Küchenmaschine rühren lassen und bin immer wieder aus dem Raum rausgegangen. Geklappt hat das auf diese Weise wunderbar, und der Rührteig war auch wirklich einer, der den Namen verdient. Dieses Mal habe ich mir auch immer einen Timer gestellt für die Backzeit und verlängerte Backzeit und Auskühlzeit vor dem Stürzen, damit ich auch ja dran denke. Als der Kuchen im Ofen war, habe ich meine Maus dann ins Bett gebracht, wo sie einen ausgedehnten Mittagsschlaf gemacht hat. Und der Kuchen war perfekt :-)

Fazit: Mein Favorit, weil täglich anwendbar!


Ich hoffe, ich konnte euch damit helfen. Oder vielleicht habt ihr noch ein paar Tipps für den Alltag mit Baby oder Kind?

Euch einen gesegneten Tag und lasst eure Stimmung nicht durchs Wetter trüben :-)

25. Juli 2014

Herber Schokoladenkuchen für Zartbitter-Fans

Eigentlich wollte ich dieses Rezept schon Anfang der Woche posten, aber da mich Gott wieder zur Ruhe gerufen hat und meine Maus noch ein paar Impfnachwirkungen zu überstehen hatte, wirds heute erst was.
Die Kleine hat schon wieder enorme Entwicklungssprünge gemacht, ihre Gesichtsausdrücke werden immer ausgefeilter und sie kommt schon im Bodenbereich an so ziemlich alles dran, was sie haben will. Und sie probiert gerade gern ihre Stimme aus. In den allerhöchsten Tönen qietscht sie vor sich hin und ist sichtlich vergnügt dabei. Und ich auch :-)

Neben dem Kindaufpassen nehme ich mir aber immer wieder die Zeit zum Backen. Kuchen ist bestimmt nicht die Antwort auf all unsere Probleme. Aber ich liebe einfach die Zeit mit meinem Mann, wenn wir nach seiner Arbeit gemeinsam Kaffee trinken und danach noch ein Ründchen spazieren gehen. Das Strahlen auf seinem Gesicht, wenn ihm beim Betreten der Wohnung schon der Duft frisch gebackenen Kuchens entgegenströmt, ist den Aufwand allemal wert!


Dieser Kuchen ist besonders für Menschen, die Kuchen auch gerne mal nicht so süß mögen. Aber auch für mich nicht so "Bittere" war der Kuchen super, sowohl abgemildert durch einen guten Klacks frische Schlagsahne, als auch pur. Also so gut wie für jeden etwas, vorausgesetzt man mag Schokolade und Nüsse.

Damit ihr nun endlich starten und den Kuchen nachbacken könnt, hier das Rezept. Der Kuchen lebt übrigens vom kräftigen Rühren. Daher kommt seine lockere und weiche Konsistenz, ganz ohne Backpulver aus.

Für 1 Kastenform:


5 Eier
1 Prise Salz
etwas Zitronensaft (ca. 1 EL)
350 g brauner Zucker
300g weiche (zimmerwarme) Butter
300 g Mehl
4 EL Milch
50 g ungesüßtes Kakaopulver
300 g hochwertige Zartbitterschokolade (etwa 64 % Kakaoanteil)
150g gemischte, grob gehackte Nüsse (zB Mandeln, Walnüsse, Pistazien - Allergiker nehmen nur das, was sie vertragen)

Die Schokolade grob hacken und die Hälfte langsam über dem Wasserbad schmelzen. Je nachdem, wie lange euer Ofen zum Aufheizen und ihr zum Vorbereiten braucht, schonmal auf 160° C Umluft vorheizen.

Die Eier trennen. Eiweiß mit Salz und Zitronensaft steif schlagen. Die Hälfte (also 175 g) Zucker einrieseln lassen und so lange weiterrühren, bis sich die Kristalle fast aufgelöst haben und die Masse schön seidig glänzt.



Den restlichen Zucker mit den Eigelben schaumig rühren. Die Butter hinzugeben und gut und kräftig unterrühren. Die geschmolzene Schokolade einrühren.

Mehl und Kakaopulver mischen und, abwechselnd mit der Milch, unter die Eier-Fett-Masse rühren. Ist der Ofen schon auf Temperatur? Falls ihr vergessen habt, ihn einzuschalten, jetzt wäre der passende Zeitpunkt, das nachzuholen.

Nun vorsichtig und behutsam mit einem Schneebesen den Eischnee unterheben. Wenn ihr jetzt zu kräftig rührt, ist die ganze schöne Luft futsch, die den Kuchen so schön locker macht. Also schön vorsichtig vorgehen.

Zum Schluss noch die Nüsse und die restliche gehackte Schokolade unterheben und ab mit dem Teig in die gefettete und ggf. mit Semmelbröseln ausgestreute Backform. Bei 160° C Umluft etwa 60 Minuten backen. Nach 15 Minuten einmal der Länge nach mittig einschneiden. Immer mal wieder ein Auge darauf werfen und Richtung Ende der Backzeit ab und an die Stäbchenprobe machen. Denn der Kuchen sollte herausgenommen werden, sobald er fertig ist, damit er schön saftig bleibt und nicht durch längeres Backen zu trocken wird. Es darf kein flüssiger Teig mehr am Holzstäbchen kleben bleiben, dann ist er fertig.

Die Backzeit hängt stark von der tatsächlichen Temperatur eures Ofens ab. Auch hier kann ich euch nur empfehlen, in ein Backofenthermometer zu investieren, das erspart die lästige Raterei, ob die Temperatur auch richtig eingestellt ist.

Nach 10 Minuten Abkühlzeit den Kuchen vorsichtig auf ein Gitter stürzen.

Jetzt noch schnell den Tisch decken, etwas Sahne schlagen, ein schönes Heißgetränk vorbereiten, und: Genießen!


Noch ein kleiner Tipp: Den Kuchen nach dem Abkühlen mit guter Kuvertüre überziehen, dann bleibt er länger frisch.

Der Zartbitterkuchen wurde übrigens mittlerweile schon wieder abgelöst von Zimtschnecken, die ich gestern gemeinsam mit unserem Nachbarkind gebacken habe. Sie hat uns besucht und sich einfach großartig um meine Maus gekümmert. Total süß! Apropos, unsere Jüngste qietscht grad schon wieder vor sich hin. Ich werde mal zu ihr gehen. Und euch viel Spaß beim Nachbacken!

PS: Lasst mich eure Ergebnisse wissen :-)



21. Juli 2014

Streuselschnecken!

Nachdem mich Janine nun schon so lieb vorgestellt hat, ist es wirklich an der Zeit, dass ich mich auch mal persönlich zu Wort melde. Liebe Janine, danke für deine willkommen heißenden Worte, wow, und das, obwohl ich noch gar nichts geschrieben habe! Solltet ihr Janine mal in "Echt" treffen: Sie ist tatsächlich so ein Goldschatz!
***

Lasst uns gleich zur Sache kommen: Hefeteig. 
Hefeteig ist für mich wie eine weiße Leinwand: Alles ist möglich! Herzhafte Pizza, süßes Gebäck, Kuchen, Brot, Waffeln, Pfannkuchen - Hefeteig ist einfach toll. Heute, anlässlich des Geburtstags meines Mannes, hab ich mal was ausprobiert, was mich seit meiner Kindheit erfreut: Streuselschnecken! 
Früher ist mein Vater fast jeden Donnerstag ganz früh vor der Arbeit zum Bäcker gegangen und hat uns Leckereien für die Schule mitgebracht. Was war in meiner Brotdose, immer? Ihr ahnt es. Streuselschnecken.


Eigentlich sind es nicht wirklich "Schnecken" im genauen Wortsinn, sondern eher Taler. In meinem Sprachgebrauch heißen sie aber seid meiner Kindheit so. Tut mir leid, das kann ich nicht ändern ;)

Heute verrate ich euch mein liebstes Lieblings-Hefeteig-Rezept, das ich so lange erprobt, daran geschliffen und verbessert habe, bis ich wirklich zufrieden damit war (eine Spur von Perfektionismus war oder war vielleicht auch nicht involviert!). Wichtig finde ich, dass die Hefe schön frisch ist. Dann kann eigentlich (fast) nichts mehr schief gehen. Seid ihr bereit? Dann los!


Streuselschnecken - Rezept für 8 Stück 

 

Zutaten für den Hefeteig:
  • 200 g Weizenmehl + eine gute Handvoll mehr
  • 1/8 Liter Milch, leicht angewärmt
  • 40 g frische Hefe
  • 3 gehäufte Esslöffel Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 50 g sehr weiche Butter (auf keinen Fall kalte aus dem Kühlschrank)
  • 1Ei
Die Milch in einer mittelgroßen Schüssel ganz leicht erwärmen (z. B. in der Mikrowelle). Danach die Hefe hineinkrümeln und den Zucker hinzufügen. Mit dem Schneebesen so lange rühren, bis sich die Hefe und der Zucker aufgelöst haben.
Das Mehl in eine große Schüssel sieben. Salz hinzufügen. Nun die warme Hefe-Milch darübergießen und mit der Hand oder den Knethaken eures Handrührgeräts einarbeiten (vielleicht bin ich da altmodisch, aber ich bevorzuge definitiv Hefeteig mit der Hand zu verarbeiten.) Sobald die Milch zum größten Teil mit dem Mehl verbunden ist, die Butter und das Ei hinzufügen. Nun wird der Teig wieder relativ flüssig und evtl. auch klumpig. Davon nicht abschrecken lassen. Solange zusätzlich geringe Mengen Mehl hinzufügen, bis ein fester, kompakter Teigball entsteht, der sich von selbst vom Schüsselrand löst.
Nun muss der Teig ca. 1 Stunde unter einem sauberen Geschirrtuch an einem warmen Ort ruhen.



In der Zwischenzeit könnt ihr die Streusel zubereiten. Dafür braucht ihr:
  • 125 g kalte Butter (diesmal aus dem Kühlschrank)
  • 150 g Mehl
  • 150 g Zucker
  • 1 Prise Zimt
Die Butter mit den Fingerspitzen in kleine Flöckchen zerrupfen. Mehl, Zucker und Zimt hinzufügen. Zunächst mit den Fingerspitzen, dann mit der ganzen Hand zu einem krümeligen Teig verarbeiten. Relativ schnell und zügig arbeiten, damit die Butter nicht zu warm wird.

Den mittlerweile doppelt so großen Hefeteig zu einer unterarmdicken Rolle formen. Die Rolle quer halbieren. Die Hälfte wiederum halbieren. Die Viertel noch mal halbieren. Jetzt solltet ihr 8 kleine Röllchen haben. Ein Trick, den ich mal von einem Koch gelernt habe: Um perfekte Teigkugeln zu bekommen, schlagt und zieht ihr die Ränder eurer Teigkugel auf die Unterseite der Kugel, anstatt den Teig auf der Arbeitsfläche zu einer Kugel zu rollen. So bekommen die Kugeln eine schöne, glatte Oberfläche. Dann die Kugeln relativ platt drücken (sie gehen noch mal sehr auf im Ofen). Mit etwas Butter bestreichen und großzügig (das finde ich persönlich sehr wichtig!) mit Streuseln bedecken.

Bei 170°C für ca. 35 Minuten backen.  

Wer es süß mag (so wie, ehem, ich), der träufelt noch Zuckerguss über die noch heißen Streuselschnecken. Dafür eine halbe Packung Puderzucker und ca. 2 EL heißes (!) Wasser mit einem Schneebesen verrühren. 


Ach so, übrigens kann man den Hefeteig auch wunderbar für süße kleine Zimtschnecken verwenden. Darüber aber mehr in meinem nächsten Post


Ich liebe einfach schlichtes, unkompliziertes Gebäck. Diese Streuselschnecken fallen definitiv in diese Kategorie. Und da mein Mann diese Schnecken ebenfalls liebt, hab ich quasi immer eine gute Entschuldigung, sie zu backen. Win-win, würde ich sagen!

Übrigens: Eine Tasse Kaffee zur Schnecke ist äußerst köstlich! Los, geht welche backen und ladet eure Freunde dazu ein. Und macht am besten dann gleich die doppelte Menge, denn die leckeren Schnecken sind weg wie nix!


Kaffee und Streuselgebäck - großartig! 
Viel Spaß beim Ausprobieren! Welche Erfahrungen habt ihr mit Hefeteig gemacht?

17. Juli 2014

Waldausflug und Heidelbeer-Mohn-Muffins mit weißer Schokolade

Nach einem kurz vor dem Ziel wegen Starkregens abgebrochenen Versuch, nochmal zu unserer Heidelbeerfundstelle zurückzukehren, waren wir wieder dort - und diesmal erfolgreich!


Der ganze Waldboden war bedeckt mit den kleinen Pflänzchen. Früher dachte ich immer, das sei alles nur Unkraut unter den Nadelbäumen. Aber bei näherem Hinschauen fand ich dann die kleinen blauen Kügelchen, die so gut schmecken - und duften! Gott gebraucht eben auch und gerade die unscheinbaren Dinge bzw. Pflänzchen.



Es war so wunderschön dort, nicht mehr in Sichtweite der Straße, einfach die Schönheit Gottes und die ruhige Zeit mit der Familie zu genießen.

Sogar unsere kleine Tochter wollte schon "mitsammeln". Sie war fasziniert von den neuen Eindrücken im Wald. Viel haben wir übrigens nicht gesammelt, ich schätze in etwa 200 Gramm Heidelbeeren und eine gute Hand voll Himbeeren. Das Kind geht halt vor, und wenn ihre Geduld zu Ende ist, ist unsere Sammelzeit beendet.



Wie gut, dass ich mich am Tag zuvor überzeugen überreden von den Waldheidelbeeren anstrahlen lassen habe, die auf unserem tollen Wochenmarkt angeboten wurden. Denn so konnte ich neue Muffins ausprobieren.

Ich bin wahrscheinlich die perfekte Kundin für die Marktleute. Egal, ob eigentlich etwas anderes auf meinem Einkaufszettel steht. Ein Blick auf das superfrische Obst und Gemüse (und Fisch) aus der Region und ein freundliches "Brauchen Sie vielleicht noch ... ?" und die Ware ist in meinem Korb gelandet. Ob das gut ist, weiß ich noch nicht. Für die Händler auf jeden Fall. Glücklicherweise haben wir unseren industriellen Süßigkeitenvorrat schon lange, lange nicht mehr aufgefüllt, daher gleicht sich das finanziell (vielleicht) aus.


Die Heidelbeeren reichten gleich für zweimal 24 Muffins, von denen die erste Fuhre schon am nächsten Tag verputzt wurde von einer Horde hungriger Taufbegleiter. Inspiriert für das Rezept wurde ich zunächst durch die Tatsache, dass unser Muffinvorrat sich mal wieder gegen Null neigte. Zudem hatte ich einer guten Freundin zugesagt, dass ich zu ihrer Taufe etwas Gebackenes mitbringen würde. Und drittens hatte ich gerade einen Haufen Heidelbeeren gekauft. Die Kombination mit dem Mohn und der weißen Schokolade enstand dann durch eine schöne Erinnerung an ein Kaffeetrinken in einem kleinen Café in der Stadt. Damals hatten wir den Heidelbeer-Mohn-Kuchen bestellt in der Annahme, es sei Kirschkuchen. Auch hier sollte man genau hingucken...

Besorgt wurden die fehlenden Zutaten wie so oft kurz vor Ladenschluss von meinem Mann. An die Ladenöffnungszeiten hier in Bayern muss ich mich als gebürtige eingelebte Nordrhein-Westfalierin - ich weiß nicht, wie das richtig heißt - wirklich noch gewöhnen. Aber ich bin schon sehr zufrieden mit meiner Wahlheimat, auch wenn man die beiden Bundesländer ruhig etwas näher zusammenrücken könnte, damit ich meine lieben Eltern und Großeltern öfter sehen kann...

Wer jetzt gerne das Rezept hätte, schreibe ab hier mit oder drucke es aus. Meine Empfehlung: Muffins und andere Köstlichkeiten immer mit ausreichender Bewegung an der frischen Luft kombinieren.



Rezept für 24 Heidelbeer-Mohn-Muffins mit weißer Schoki


6 Eier (L)
300 g Rohrohrzucker
2 TL Vanillezucker
100g Butter
200g Sahne
200g weiße Schokolade
300 g Mehl
100 g Speisestärke
3 gestr. TL Reinweinsteinbackpulver
Prise Salz
60 g Mohn

Eier mit den beiden Zuckersorten sehr cremig rühren (lassen, zum Beispiel von der Küchenmaschine). Butter mit Sahne und Kuvertüre in einem Topf bei wenig Hitze und unter Rühren schmelzen und gut vermischen, dann unter die Eiermischung rühren. Die trockenen Zutaten gut miteinander vermengen und vorsichtig mit einem Schneebesen unter den Teig heben. Den Backofen auf 150° C Umluft vorheizen.

Den Teig auf 24 mit Förmchen ausgestattete Muffinmulden verteilen - ob ihr mit einem oder zwei Blechen arbeitet ist egal. Nur bitte wirklich nacheinander backen. Und zwar jeweils 18 Minuten.

Frisch schmecken sie am besten. Aber ich bin ein Fan des Tiefkühlschranks, und auch diese Muffins kann man einfrieren und bei Bedarf auftauen und/oder kurz aufbacken. Dann riecht es auch wieder nach frisch gebacken, man hat aber nicht so viel Arbeit vorher gehabt.



Tja, und so schnell wie sie gebacken sind, war die Hälfte auch schon (fast) wieder weg...

7. Juli 2014

Schoko-Kirsch-Cupcakes



Kennt ihr das? Im Kühlschrank liegen noch ein paar Kleinigkeiten, die unbedingt verbraucht werden müssen, aber nicht so ganz in die Alltagsküche passen. Diesmal waren es bei mir eine große Menge Eier und eine kleine Schale voll Kirschen. Dazu noch ein Haufen Mascarpone und Quark, die eigentlich noch zu einer Erdbeer-Waldmeister-Torte (siehe unten) verarbeitet werden sollten, wozu ich aber Dank meiner kleinen Maus nicht gekommen bin.

Das jüngste Mitglied unserer Familie meinte nämlich die letzten zwei Wochen nicht schlafen zu müssen - alles viel zu aufregend und zu interessant. Man könnte ja etwas verpassen. Tagsüber schlief sie vielleicht mal eine dreiviertel Stunde, abends hat sie verzweifelt angefangen zu weinen, wenn sie schlafen sollte. Und mit fünf Monaten ist man einfach noch zu jung zum Durchmachen.

Seit einer knappen Woche schläft die Kleine endlich wieder wie gewohnt. Jetzt gerade auch...


Der Grund für ihre Unruhe war übrigens ein enormer Entwicklungsschub. Sie krabbelt nun schon fast. Eigentlich viel zu früh, aber es ist ja jedes Kind anders. Dann darf meine Maus eben schon früher die (dringend sicher zu machende) Wohnung erkunden.

Aber zurück zu den Kirschen. Anlass für dieses Rezept war der Geburtstag einer guten Freundin, die jeden Gast gebeten hatte, etwas zum Buffet beizutragen. Natürlich mussten wir die fertigen Cupcakes testen (und fotografieren), bevor es zum Geburtstag ging und die kleinen Törtchen allen zugänglich waren.


Stilecht mit Latte Macchiato aus der Hand meines Mannes. Darauf freue ich mich jeden Tag. *Wen es interessiert, mit welchem Milchaufschäumer man so tollen Schaum hinbekommt, melde sich bei mir ;-) 

Den Test haben sie mit Auszeichnung ("Das sind die besten Cupcakes, die du je gebacken hast!") bestanden. Mein Mann, Autor des Zitats, ist der größte und glücklichste Abnehmer von allem, was ich so zustande bringe. Aber auch der kritischste Tester. Er meint, wenn ich schon eigene Rezepte austüftele, dann müssen sie auch perfekt sein. Sonst könne man ja noch etwas verbessern. Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass er immer produktive Kritik äußert und schon die ein oder andere seiner Ideen zum I-Tüpfelchen geworden sind - oder manches erst möglich gemacht haben. Außerdem ist er der größte Ermutiger, ohne ihn stünde ich jetzt wahrscheinlich (noch) nicht hier. Obendrein ist er noch begnadeter Schreiner, toller Familienvater, ... aber genug geschwärmt von meinem Mann. Den teile ich ja sowieso nicht mit euch ;-) Dafür aber meine Schoko-Kirsch-Cupcakes.



Man nehme für 24 wirklich große Cupcakes:

 

Für den Teig:

7 Eier (L)
360g braunen Zucker
2 TL Vanillezucker
100g Butter
200g Sahne
200g Zartbitterschokolade (ich nahm 64% Kakao), in Stücke gebrochen
300g Mehl (normalerweise nehme ich Type 550, aber da diesmal keines mehr im Haus war, habe ich Type 405 genommen)
100g Speisestärke
3 gestr. TL Reinweinsteinbackpulver
eine ordentliche Prise Salz
50g Kakaopulver (ungesüßt)


Den Backofen auf 150° C (Umluft) vorheizen.

Eier und Zucker sehr, sehr cremig rühren. Die Butter schmelzen, Schokolade und Sahne hinzugeben und so lange bei schwacher Hitze rühren, bis alles geschmolzen und sich gut vermischt hat. Dann zu der Eiermasse geben und unterrühren. 

Das Mehl mit Stärke, Backpulver, Kakao und Salz in eine Schüssel geben und sorgfältig verrühren (unten am Boden auch). Die Mehlmischung vorsichtig mit einem Schneebesen unter den Teig heben, bis sich alles gut vermischt hat.

Ist der Backofen vorgeheizt?

Wer zwei Muffinbleche hat, stattet beide mit Muffinförmchen aus und füllt diese bis etwa 5mm unter den Rand. Wer eines hat, lässt die erste Ladung auskühlen und backt dann ein zweites Mal.

Die Muffins etwa 15 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen vorsichtig hineinstechen. Wenn kein flüssiger Teig mehr kleben bleibt, sind sie fertig. Sonst noch ein bisschen weiterbacken.

Zur genauen Temperaturfeststellung hilft ein Backofenthermometer. Ich habe es erst für überflüssig gehalten, bis meine liebe Mama mir eins mitgebracht hat und ich feststellen durfte, dass mein Backofen noch lange nicht vorgeheizt war, als das Heizlämpchen ausging. Seitdem benutze ich es immer.

Falls die Muffins von außen dunkel werden, aber innen noch nicht gar sind, für die restliche Backzeit Alufolie drüber legen und die Temperatur etwas herunterdrehen. Beim nächsten Mal dann eine etwas niedrigere Temperatur wählen und die Backzeit etwas verlängern. Einfach ausprobieren!


Wer lieber Schoko-Muffins mag, hört hier auf. Wer gerne Cupcakes ist, macht weiter.

Für das Kirsch-Topping braucht ihr:

500g Mascarpone
250g Sahnequark
100g Puderzucker
2 TL Vanillezucker
zwei Handvoll frische Kirschen, gewaschen und entsteint
24 schöne, gewaschene Kirschen zum Garnieren
nach Belieben Schokoraspel (zartbitter)


Die Kirschen stark zerkleinern (entweder mit der Küchenmaschine, oder kurz mit dem Pürierstab - es sollten noch kleine Stückchen vorhanden sein). Mascarpone mit Quark und den Zuckersorten glatt rühren, die Kirschen unterrühren. Bis kurz vor dem Servieren kalt stellen.




Vor dem Servieren die Creme in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen, kreisförmig auf die Kuchen auftragen und mit Schokoraspeln und den 24 Kirschen verschönern.

Jetzt nur noch ein paar Freunde einladen oder selbst besuchen gehen und sich den Sommer auf der Zunge zergehen lassen.

Und so schnell, wie sie fertig sind, sind sie auch wieder weg!



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