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5. Juli 2015

Geschafft.

Ja, ihr hört mal wieder etwas von mir, nach langer, langer Zeit. Leider wird es ein viel kürzerer Post, als ich es gerne hätte, es gibt so viel zu berichten. Aber das kommt jetzt nach und nach.
Ich muss gestehen, dass ich erstmal schmunzeln musste, als ich meinen letzten Posttitel gelesen habe - im Kopf hatte ich nämlich schon wieder genau denselben Titel für diesen Beitrag gewählt. Nicht, weil mir nichts Besseres eingefallen wäre, sondern weil schon wieder so viel anders kam als geplant.

Mittlerweile sind wir gut in unserer neuen Heimat angekommen und so etwas ähnliches wie Alltag kehrt ein. Die große Maus hat sich ans neue Zuhause gewöhnt, ist aufgeschlossen wie immer, und die kleine Maus gedeiht und bereitet sich auf die Geburt vor. Wir sind auf der Zielgeraden angekommen. Noch ein paar Wochen (hoffentlich) und wir sind zu viert. Dann ändert sich wieder alles - nicht, dass es noch langweilig wird.

Meine Abwesenheit von hier liegt natürlich zunächst am Umzug selbst, der ganz schön an Kräften und Nerven gezehrt hat. Wenn jemand Umzugstipps braucht, wie man es besser machen kann, ich hätte welche ;-) Ganz nebenbei hatten wir über einige Zeit keinen Internet- und Festnetzanschluss (Dank eines Missverständnisses zwischen dem neuen und dem alten Anbieter) und waren kurzerhand ins letzte Jahrhundert zurückversetzt und gefühlt von aller Welt abgeschnitten. Außerdem hatte ich ja noch alle Hände voll zu tun bzw. zu nähen für die Westfalenstoffe-Challenge. Ich hatte am Ende wirklich befürchtet, mich ernsthaft überschätzt zu haben und nicht mehr fertig zu werden. ABER ich bin fertig geworden, habe auf unserem neuen Balkon die Fotos gemacht und hingeschickt :-)

Hier erstmal nur ein kleiner Einblick, auf den Rest müsst ihr warten, bis mein Beitrag dran ist. Leider funktioniert gerade der Upload des Fotos nicht, und Chrome ist auch abgestürzt. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich an einem ganz alten Laptop sitze, weil mein Mann den anderen für seine Prüfunsvorbereitung in Dauerbeschlag genommen hat. Nun kann ich euch doch nur darauf vertrösten, dass mein Beitrag bald bei Westfalenstoffe vorgestellt wird. Sie werden nämlich wochenweise vorgestellt, pro Tag einer. Zwei Wochen sind schon um, ich war noch nicht dran. Also steigt die Wahrscheinlichkeit. Schaut doch mal vorbei, ihr könnt auch mitwählen. Es sind wirklich tolle Dinge entstanden, und es gibt zu jedem entstandenen Projekt die Anleitung dazu. Vielleicht ist ja auch etwas für euch dabei :-) Wenn ihr HIER klickt, gelangt ihr zum Blog. Ich wünsche euch jedenfalls viel Spaß beim Durchschauen und einen kühlen Kopf bei den heißen Temperaturen!


18. Mai 2015

Am Ende kommt alles anders...

... als man denkt. Das trifft hier gerade auf fast alles zu. Unsere Umzugsplanung verändert sich derzeit fast täglich und der "große Tag" verschiebt sich immer mehr nach vorne, sodass kaum noch Zeit für anderes übrig bleibt.

Ich bin nur noch dabei, die To-Do-Listen abzuarbeiten und immer wieder zu aktualisieren, um dann festzustellen: Oh, dieses oder jenes hätten wir nach dem neuen Zeitplan schon vor ... erledigt haben sollen.

Jetzt ist endlich der Nachsendeauftrag an die Post erteilt, alle anderen muss ich noch informieren. Hier anrufen, da anrufen, mit dem alten Vermieter und dem Nachmieter reden, alles für die Renovierung der neuen Wohnung regeln und das alles am besten gestern.

Und meine große Maus fordert meine Aufmerksamkeit. Gerade werden die letzten Male die Krabbelgruppen besucht und Abschied genommen (Memo an mich selbst: Kamera mitnehmen).

Die Maus hatte leider in den letzten Tagen auch nicht so ihre beste Zeit. Erst hat sie sich nachts und morgens übergeben - wegen einer "Überdosis" kaum zerkauter Trockenpflaumen, die sie in die Finger bekommen und genüsslich gegessen hat. Meine Mama meinte im Nachhinein, da müsse ich mich auch nicht wundern. Anfängerfehler... ;-) Danach hat sie leider normales Essen verweigert oder nur zerpflückt und sich quasi nur von Milch, Joghurt und Erdbeeren ernährt, und das erste "richtige" Essen danach hat sie - Überraschung - nicht vertragen.

Heute früh gab es dann erstmal nach Brotverweigerung eine Laugenstange, die hat sie gut vertragen und aufgegessen. Mal sehen, wie es weiter geht in den nächsten Tagen. Habt ihr eigentlich ein paar Tipps für mich zum Umziehen mit Kleinkindern und Kind im Bauch?

Zwischendrin schnipple und nähe ich noch ein wenig und arbeite an der Challenge. Mein Probestück ist fertig, leider noch zu klein, aber ein paar Einblicke möchte ich euch geben. Heute Abend werden dann wahrscheinlich die Originale angeschnitten.



Na, habt ihr eine Ahnung, was es wird? Die Stoffe sind von Tante Ema, gekauft habe ich sie in der Restestube hier in Bayreuth. Sehr hübsches Design finde ich, wenn man laute Farbkombinationen mag. Bei mir kommt es drauf an, wofür ich die Stoffe gebrauchen will - mal laut, mal dezent.

Ich hoffe, bei euch stürmt es gerade im Leben nicht so sehr. Aber seltsamerweise werde ich immer ruhiger, je mehr der Sturm tobt. Ich glaube, das kann nur Gott bewirken und mein Vertrauen auf ihn. Denn ich weiß, dass seine Pläne gut und vollkommen sind, und sie sich am Ende durchsetzen werden. Denn:

Ein Mensch kann viele Pläne schmieden, doch der Wille des Herrn wird sich erfüllen. (Sprüche 19, 21)

27. April 2015

Westfalenstoffe-Challenge - Ich bin dabei!


Vor ein paar Wochen hat Westfalenstoffe zu einer Näh-Challenge mit der neuen Stoffserie "Wales" aufgerufen. Anlass des Ganzen war bzw. ist der 80ste Geburtstag des deutschen Unternehmens, das nach wie vor seine (super schönen und qualitativ wirklich hochwertigen) Textilien in Deutschland produziert. Man konnte sich  bewerben, um dann ein kleines Stoffpaket zugeschickt zu bekommen, aus dem man dann etwas Feines kreiert.

Geliebäugelt habe ich schon vorher mit den Stoffen, um meinen kleinen Mäusen (große Maus und Bauchmaus) etwas daraus zu nähen. Leider war unsere Familienkasse durch die Elternzeit stark in sich zusammengeschrumpft, und ich hatte die Idee schon fast wieder verworfen. Bis ich dann, ich glaube keine halbe Stunde nach der Veröffentlichung, auf dem Westfalenstoffe-Blog auf den Aufruf zum Mitmachen stieß. Beworben habe ich mich dann natürlich sofort, und ich darf mitmachen :-) So ist Gott, versorgt auf so vielfältige Weise, wie wir es uns nicht ausdenken können.

Zeitlich wird es gerade ein wenig sehr herausfordernd, da ein Umzug vor der Tür steht, der quasi mit dem Abgabetermin für die Challenge zusammenfällt, und ich noch meine Umstandsgarderobe erweitern muss/will, und ich ja nebenher noch ein Kleinkleinkind zu versorgen habe. Punkt eins stand übrigens terminlich so noch nicht fest, als ich mich beworben habe. Aber ich glaube, ich werde viel lernen in der nächsten Zeit von Selbstdisziplin und Ausdauer über Fleiß bis hin zu Gelassenheit und ganz tiefes Vertrauen auf Gott.

Die nächsten Wochen sind also zumindest von meiner Seite geprägt von Näharbeiten und Umzugsvorbereitungen - für Beiträge aus der Küche bleibt wahrscheinlich nur sehr wenig Raum, auch weil wir nach und nach alle Utensilien und Geräte in Umzugskartons packen müssen.

Aber vielleicht hat Juli ja das ein oder andere, überaus leckere Rezept für euch. Dafür sind wir ja zu zweit :-)

Was habt ihr so vor in der nächsten Zeit?

22. April 2015

Genähtes aus der letzten Zeit

In der letzten Zeit war ich fleißig an der Nähmaschine. Was dabei so rumgekommen ist, möchte ich euch heute zeigen.

Als erstes Jersey-Projekt überhaupt habe ich meiner Tochter diese Erdbeer-Tunika genäht. Den Stoff hatte ich schon letztes Jahr gekauft (damals noch im Glauben, ein halber Meter reiche locker...). Mit dem halben Meter kam ich gerade noch hin, so schnell wächst das Kind. Der Schnitt stammt aus der Ottobre 1/2015. Genäht habe ich die Tunika in Gr. 74, fällt aber eher aus wie Gr. 80.


Für den Bauchnachwuchs gab es dann auch schon etwas. Meine Mama hat mir im letzten "Care-Paket" einen tollen Biojersey mitgeschickt, aus dem ich dann einen Overall genäht habe. Ob er als Schlafanzug dient oder so getragen wird, weiß ich noch nicht. Der Schnitt stammt von Minikrea. Allerdings fällt er am Rumpf seeeehr lang aus, gerade im Vergleich mit den anderen Proportionen und mit anderen Kleidungsstücken in der Größe. Ich befürchte, dass da beim Schnittmuster was nicht passt. Ich werde jedenfalls aus der Mitte nochmal etwas wegnehmen müssen und etwas auf dem Schnittmuster herumwerkeln, fürs nächste Mal.


Für mich war auch etwas dabei. Meine letzte Schwangerschaft fiel eher in die Wintermonate, sodass ich die Umstandsmode bei den immer wärmer werdenden Temperaturen nur noch bedingt anziehen kann. Also habe ich mir beim letzten Heimatbesuch einen Altrosa-Bordeaux-Ringeljersey mitgenommen und daraus ein Umstandskleid genäht. Verwendet habe ich das Schnittmuster Toni von Milchmonster in der Variante Babydoll (selbst begradigt) und mit Brustabnäher.


Am aufwändigsten war jedoch der neue Sommerhut für meine Tochter. Ich habe sehr viel daran gelernt: Zum Beispiel, dass man den Stoff richtig sorgfältig bügeln sollte vor dem Zuschneiden. Auch, dass man richtig sorgfältig das Schnittmuster übertragen sollte, bevor man den Stoff zuschneidet. Und dann, dass man erst anfängt zu nähen, wenn man jeden (anstehenden) Schritt der Anleitung wirklich verstanden hat, und nicht einfach nach eigenem Gutdünken (?) loslegt. Das spart viel Auftrennen.



Naja. Aber der Hut ist fertig und darf außer im Haus nicht mehr abgesetzt werden. Das freut mich sehr, denn ansonsten gehört meine Große zu den Kindern, die ohne Bänder weder Mützen noch Hüte auflassen. Die kleinen Tricks, die ich anwenden musste, damit ich den Hut überhaupt mit meinen Zuschneidefehlern zusammennähen konnte, fallen im Alltag auch kaum mehr auf. So gibt es jetzt halt ein paar Fältchen am Hinterkopf und die Nähte treffen nicht wirklich schön aufeinander. Aber was soll's, die Maus stört es nicht :-)



Der rosane Stoff ist von Gütermann aus der Serie Summer Loft, auch im letzten Jahr gekauft (eigentlich für etwas anderes...). Der Schnitt ist kostenlos, von Schnabelina ("Mix it" mit Diva-Krempe). Er ist sehr gut beschrieben und bebildert und kann mit etwas Geduld gut nachgenäht werden. Man beachte dabei allerdings, was ich oben zu meinen Fehlern gesagt habe, dann wirds auch was. Und man sollte es nicht als erstes Nähprojekt angehen, sondern schon ein wenig Erfahrung mitbringen.


Insgesamt gefällt uns (!) der Hut aber so gut, dass ich bestimmt nochmal eine andere Variante nähe. Die kaufbaren Hüte sind nämlich entweder nicht so schön oder haben keine Bindebänder mehr. Ich habe noch kein Kind gesehen, dass einen Hut dauerhaft auf seinem Kopf lässt, wenn er nicht festgebunden ist. Oder der Wind erledigt das selbst...

25. März 2015

Ein Hauch von Frühling - Lemon Curd



Die Krokusse blühen auf, die ersten Knospen öffnen sich, die Temperaturen werden milder... Endlich endlich wird es Frühling. Am Ende des Winters sehne ich mich - wie wahrscheinlich viele andere auch - nach der Sonne mit ihrer Wärme und geschmacklich nach dem ersten frischen Grün.

Unsere Vorräte an Marmelade (unter anderem diese hier) schrumpfen in sich zusammen, und mal ehrlich, wer will schon die ganze Zeit das Gleiche auf sein Brot schmieren?

Da gerade die zitronigen Rezepte nur so aus dem Boden sprießen, ließ ich mich inspirieren und teile heute mit euch mein Lemon-Curd-Rezept. Es ist nicht so süß, eher herb-säuerlich, aber eine willkommene Abwechslung zur doch eher süßen Marmelade. Es schmeckt herrlich zu allen hellen Gebäcken und Broten, wie Toast, Scones (ruhig auch mal mit dunkler Schokolade), probiert es einfach selbst aus. Hübsch verpackt ist es auch ein schönes Geschenk oder Mitbringsel zum Brunch.


Für zwei Gläser (je 250ml)

  • Saft und Schale von 2 mittelgroßen Zitronen
  • 4 Eier (Gr. L)
  • 130g Zucker (wer es lieber süßer mag, nimmt 150g)
  • 100g kalte Butter in Stückchen
  • 2 sterilisierte Twist-Off-Gläser (je 250ml)

Wenn noch nicht passiert, Gläser samt Deckel sterilisieren und bis zum Gebrauch auf einem sauberen Küchentuch umgedreht beiseitestellen.

Zitronensaft und -schale in einem kleinen Topf aufkochen. In einer großen Metallschüssel Eier und Zucker verrühren und langsam den heißen Saft unter Rühren einfüllen, damit die Eier nicht durch die Hitze gerinnen. Die Butter hinzufügen und die Metallschüssel über ein heißes Wasserbad stellen - also in einen passend großen Topf einhängen und das Wasser berührt die Metallschüssel NICHT. Das Wasser sollte nicht kochen, sonst gerinnen die Eier und die Masse wird klumpig. Jetzt langsam aber beständig mit einem Teigschaber aus Silikon rühren und die Masse vom Boden und Rand wegstreifen, bis die Mischung eine puddingähnliche Konsistenz aufweist. Dann sofort aus dem Wasserbad nehmen.

Den Curd in die Gläser füllen, etwas abkühlen lassen, und in den Kühlschrank stellen. Es hält sich etwa 2 Wochen ab sofort, und entnommen werden sollte es stets mit einem sauberen, nicht abgelutschten Löffel.



Was ihr mit der Leckerei sonst noch anstellen könnt, erfahrt ihr in Kürze...

Diese "traumhafte" Torte ist mir leider unmittelbar nach dem Fotografieren auseinandergefallen und auch geschmacklich ist sie noch zu verbessern. Daher wird es wohl bis zum nächsten Mal Lemon Curd warten müssen...


5. März 2015

Date-Night und warum ich vom Valentinstag und ähnlichen Erfindungen nicht viel halte




In ein paar Tagen ist Valentinstag, und die Blogs, Blumengeschäfte, Pralinenläden und eigentlich die ganze Stadt sieht schon seit ein paar Wochen rosarote Herzchen und lauter Möglichkeiten, Geld für den Liebsten auszugeben. Zwischen Weihnachten und Ostern eine willkommene Einnahmequelle beim Spiel mit dem schlechten Gewissen.

Wie ihr seht, sollte dieser Post schon vor einiger Zeit Einzug in den Blog finden, leider bin ich aber Dank Erkältungswelle nicht mehr dazu gekommen. Außerdem wollte ich Julis wunderbare Serie zum Thema Essensplanung nicht auseinanderziehen. Habt ihr gesehen, was für schöne Pläne zum Selbsteintragen sie für euch erstellt hat? Die Frau hat echt Talent! Unbedingt mal vorbeischauen und runterladen...

Am Herzen liegt mir das Thema aber trotzdem noch, daher möchte meine Erfahrungen mit euch teilen.

Ich will kalendarisch vorgefertigte "Feste/Tage der Liebe" gar nicht pauschal verurteilen. Meine Erfahrung ist es aber, dass es gar nicht so schwierig ist, sich zu einem bestimmten, jährlich wiederkehrenden Termin etwas Besonderes für den anderen zu überlegen. Vielleicht ein selbstgemachtes Geschenk, ein besonderes Date, die Weinprobe, die der andere immer machen wollte - wenn man die Augen und Ohren für den anderen offen hält, findet man etwas, das ihn wirklich freut. Und dem anderen eine Freude zu machen, auch zu solchen Terminen, ist gut und wichtig (auch wenn der Valentinstag bei uns voll unten durch fällt).

Schwieriger ist aber die Zeit zwischen den "besonderen" Tagen. Die Ehe* lebt nicht allein von Events. Sie braucht wie der Glaube eine täglich gelebte Beziehung, die regelmäßig intensive Pflege und Zeit braucht. Der größte Gegner einer  Beziehung ist der Alltag, der mit seinen scheinbar so großen Problemen und Dringlichkeiten so viel Platz einnimmt, dass wochenlang der Partner hintenan gestellt wird. Oder man bewältigt den Alltag zusammen, ohne sich miteinander zu beschäftigen.

*Ihr könnt das gleichsetzen mit jeder längeren Beziehung. Frische Beziehungen sind ist ja häufig noch so aufregend, dass sie sich im Alltag noch mühelos eine Priorität bewahren können . Wenn nicht, dann lest unbedingt weiter!

Durststrecken sind normal, aber sie sollten nicht die Regel sein. Eine Beziehung funktioniert und bessert sich nicht von allein, man muss in sie investieren. Und zwar nicht das, was einem selbst guttut, sondern das, was der Partner braucht.

Eine gute Hilfestellung hat uns ein befreundetes und lange verheiratetes Paar gegeben. Ein Abend pro Woche ist für euch allein reserviert. Punkt. Im Kalender fest eingetragen, da wird nichts gerüttelt. Dazu ein Tag im Monat. Ein Wochenende im Quartal und eine Woche im Jahr. Da nehmt ihr euch Zeit, nur für euch. Bis jetzt durfte unsere Tochter bei allem dabei sein, was länger ist als ein Abend. Das muss man den persönlichen Gegebenheiten anpassen, aber ich denke, bald ist auch mal ein Tag drin.

Puh. Klingt vielleicht für den einen oder anderen leicht, aber aus Erfahrung (eigene und fremde) weiß ich, dass das hart umkämpfte Zeit ist. Aber ich weiß auch, wie sehr die Beziehung leidet, wenn sie Woche für Woche vertröstet und verschoben wird.

Sehr erschreckend war für mich ein Urlaubserlebnis letzten Sommer. Wir waren nach Monaten des Schlafentzugs und des Zurückstellens der Beziehung auf Grund der Tatsache, dass wir zum ersten Mal Eltern geworden waren, das erste Mal raus aus dem Alltag. Unser Kind schlief gut und verlässlich, und wir konnten endlich mal wieder die Abende gemeinsam verbringen, ohne uns dem Spülberg oder der Wäsche zu widmen. Doch dann saß ich da, zusammen mit meinem Mann bei einem schönen Getränk an der Hotelbar, neben dem Babyfon, und hatte vergessen, wie man sich unterhält. Die letzten Gespräche waren zu Absprachen und Informationsaustausch verkommen, und ich hatte verlernt, zu reden und über mehr nachzudenken, als mit Kind und Alltag zu tun hat. Mit meinem Mann, dem Menschen, der mir am nächsten ist.

Wir haben mit einem Brainstorming angefangen, um Themen zu finden, die uns beschäftigten oder interessierten. Als das nur teilweise geholfen hat, haben wir gemeinsam ein Buch gelesen und uns darüber unterhalten. Ein Buch über die Ehe und die Liebe. Und es hat geholfen. Das Eis war gebrochen und wir redeten wieder, der Urlaub war wirklich eine Auftankzeit für die Ehe.

Doch wieder zu Hause angekommen, verlangten Haushalt und Überstunden unsere Kraft, und wieder rückte unsere Ehezeit in den Hintergrund. Doch je mehr wir uns stritten, desto mehr merkten wir, wie wenig wir eigentlich Zeit miteinander und nicht nur nebeneinander verbrachten.

Und wir änderten es. Mittlerweile verschieben wir Termine zugunsten des Eheabends, nicht umgekehrt. Und es tut uns gut, sehr gut. Es muss nicht immer Kino oder Essengehen sein, es reicht ein Abend mit Wein oder Kakao auf der Couch zum Reden.

Genauso ist es mit Gott. Wir können nicht viel erwarten, wenn wir unserer Beziehung zu ihm im Alltag keinen Platz einräumen. Gott lebt nicht von Events. Er will uns ganz, und wir brauchen ihn ganz.

Mann und Gott. Beständig. Nicht nur viermal im Jahr.

***

Die kommende Zeit wird übrigens etwas Nählastig. Nachdem ich eigentlich eine Mützenstrickanleitung mit euch teilen wollte und nun doch der Frühling schneller kommt als ich stricken konnte, ist dies auf die nächste Winterstricksaison verschoben. Stattdessen wartet eine Do-it-yourself-Anleitung für eine Windeltasche auf euch, die sich gerade noch in Überarbeitung befindet und ein paar Einblicke in meine aktuellen Nähprojekte und hoffentlich -erfolge... Zwischendurch gibt es hoffentlich auch das eine oder andere Rezept, das auf den baldigen und endgültigen Durchbruch des Frühlings hoffen lässt. Warum ich unter die Kleidungsnäherinnen gegangen bin, auch dazu werdet ihr noch etwas zu lesen bekommen.

Bis bald, habt eine gesegnete Woche,


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