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17. Juni 2014

Wie mein Leben begann...

Jetzt aber erstmal das Wichtigste. Mir liegt es sehr am Herzen, meine Geschichte mit euch zu teilen. Denn die Theorie kann so gut sein, wichtig ist doch das, was man erlebt!

Vor zwei Jahren im Januar 2012 hatten mein (damals noch) Freund und ich einen folgeschweren Autounfall. Wir wollten über einen kleinen Umweg (zum Baumarkt...) zur Uni fahren. Zunächst schien nichts Dramatisches passiert zu sein. Es war uns lediglich jemand auf unseren Wagen aufgefahren, weil er zu spät gesehen hatte, dass wir bei grüner Ampel für einen passierenden Polizeiwagen bremsen mussten. Der Blechschaden schien sich in Grenzen zu halten (unser kleines Äpfelchen war dann aber doch fast ein Totalschaden) und körperlich schien uns auch nichts passiert zu sein. Aus dem Ganzen entwickelte sich jedoch innerhalb kürzester Zeit eine finanziell, körperlich und psychisch enorme Belastung. Wir litten beide an einem Schleudertrauma, bei meinem Freund hatten sich die Halswirbel so gegeneinander verschoben, dass er den Hals nicht mehr bewegen konnte und immer stärkere Schmerzen hatte. Physiotherapie und immer höher dosierte Schmerzmittel halfen nichts, machten ihn nur benommen und unzugänglich. Durch die nachträgliche Beurlaubung wurde auch noch das bereits gezahlte BAFöG zurückgefordert - neben den ganzen Rezeptzuzahlungen, die wir als Unfallopfer erstmal vorstrecken mussten. Wir standen am tiefsten Punkt unseres Lebens, wussten nicht, wann wir weiter studieren und  ob wir im nächsten Monat noch unsere Miete bezahlen könnten. Unsere (vorher schon schwierige) Beziehung stand vor dem Aus, unsere Familie wohnte viel zu weit weg und die meisten unserer Freunde kümmerten sich nicht um uns...

Bis sich nach etwa zwei Monaten jemand meldete, den wir eigentlich gar nicht auf dem Schirm gehabt hatten. Wir kannten ihn bloß oberflächlich aus dem Sportverein, und er wollte sich mal wieder zu einer Laufrunde treffen. Wir erklärten ihm die Situation, und dass es gerade etwas schwierig sei mit dem Sport, woraufhin er am nächsten Abend bei uns aufkreuzte und uns Zeit und das so dringend gebrauchte offene Ohr schenkte. Als er ging, lud er uns zu seiner Taufe ein paar Tage später ein. Wir waren einfach nur dankbar, mal wieder unter die Leute kommen und sagten zu.

Am darauffolgenden Sonntag standen wir dann zum ersten Mal in einer lebendigen Kirchengemeinde, der Freien Christengemeinde Bayreuth. Die Menschen sangen mit Begeisterung und lobten Gott und schienen wirklich das zu leben, wovon sie sagten, dass sie es glaubten. Ihr Glaube war lebendig. Nach der Taufe gab es ein gemeinsames Essen, bei dem wir direkt angesprochen wurden: "Ihr seid neu hier, oder?" Hä? Steht das auf unserer Stirn? Ich war selten so beeindruckt gewesen. Diese Menschen schienen sich untereinander so gut zu kennen, dass es auffiel, wenn jemand Neues auftauchte. Wir verbrachten den ganzen Tag mit diesen großartigen Menschen - und abends wurde nach dem Lagerfeuer das erste Mal für uns gebetet. Sie trafen genau die richtigen Worte über unsere Situation, ohne dass wir jemals so ausführlich mit ihnen darüber geredet hatten - wir kannten die allermeisten ja erst einen Tag.

Am nächsten Morgen merkte mein Freund, dass er von jetzt auf gleich seine Schmerzmittel nicht mehr benötigen würde - und setzte sie einfach ab. Nun konnte er sich auch wieder besser konzentrieren und war die dauernde Benommenheit los. Die ganze Woche über hatten wir engen Kontakt mit den Leuten aus der Gemeinde, die wir an dem Sonntag kennengelernt hatten, und haben noch viele weitere kennengelernt. Nie zuvor hatte ich so ehrlich freundliche und interessierte Menschen gesehen - und dann auch noch so viele auf einen Schlag! Ich fühlte mich das erste Mal richtig angenommen und geliebt, ohne das Gefühl, sich vor anderen beweisen zu müssen.

Am Freitag dann, fünf Tage nach der Taufe, kam ein Gastprediger aus den USA (Bill Wilson) in die FCG, und predigte mehr als zwei Stunden fesselnd über das Leid in der Welt, vor allem über das der Kinder. Wir waren so ergriffen, und hätten noch Stunden zuhören können. Unabhängig voneinander entschieden wir uns während des Gottesdienstes für ein Leben mit Jesus Christus, ohne dass uns jemand darauf hingewiesen hätte. Mein Freund weinte das erste Mal seit 16 Jahren - er hatte aufgehört, wirklich Emotionen zu zeigen, als sich seine Eltern scheiden ließen, als er Kind war. Nach dem Gottesdienst beteten wir wieder mit diesen großartigen Leuten, diesmal beteten auch wir das erste Mal laut. Wir wurden darauf angesprochen, dass man Jesus sein Leben geben kann, aber das hatten wir ja bereits getan :-) Etwa zwei Stunden später bat uns mein Freund, mal kurz innezuhalten. Er konnte seinen KOPF WIEDER BEWEGEN! HALLELUJA! So etwas Großartiges hatten wir noch nie zuvor erlebt, Gott war wirklich da und hat dieses Wunder gewirkt..

In der Kurzfassung der letzten zwei Jahre ist einfach unfassbar viel unbeschreiblich Gutes passiert. Wir haben uns selbst auch taufen lassen in einem Badesee, unsere Beziehung wurde erneuert und sind jetzt gut eineinhalb Jahre glücklich verheiratet. Im Dezember 2012 hatten wir eine Fehlgeburt, aber Gott trug uns auch durch diese Zeit so gut hindurch, er hat unsere Herzen vor Kummer und Schmerz bewahrt. Gleichzeitig hat Er meine Beziehung zu meinen Eltern, die jahrelang nicht gut war, geheilt! Er hat alle Fesseln gelöst, die mich jahrelang zu Boden gedrückt haben, und mich befreit! Mein Mann hat sich nach klarer Richtungsweisung von Gott dazu entschieden, seiner Leidenschaft für Holz nachzugehen und eine Schreinerlehre anzufangen, die er gerade in Rekordzeit und mit viel Erfolg absolviert. Im Januar diesen Jahres kam dann unsere kleine Tochter zur Welt, und auch hier hat Gott zu uns gestanden. Finanziell gesehen war es wohl der schlechteste Zeitpunkt für ein Kind (beide in der Ausbildung), aber Gott hat sich zu uns gestellt! Wir hatten und haben alles im Überfluss: Kinderwagen in fünffacher Ausführung, mehr Kleidung, als wir der Kleinen anziehen können, Spielsachen, und, und, und. Wir durften wirklich, wirklich erleben, wie Gott treu ist und seine Zusagen hält, wenn man sein Vertrauen ganz auf IHN richtet!

Tja, und jetzt bin ich hier und versuche, meine kreativen Gaben und Erlebnisse mit euch zu teilen. Daher: Fortsetzung folgt! :-)


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